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Weiß - rot - rosé: Welche Trauben in die Flasche kommen

Eine kleine Traubenkunde gibt es an dem Abend im Kinole auch. Rainer Bauer hat Täles-Secco, in dem die Sorten Kerner und Müller-Thurgau stecken, und drei Weine dabei.

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Der Weißwein mit dem klangvollen Namen „Blaue Mauer“ aus Neuffen ist ein Silvaner. „Silvaner war immer der deutsche Standardwein“, so Rainer Bauer. „Er war ewig die Nummer eins.“ Jetzt allerdings haben ihm der Riesling und der Müller-Thurgau den Rang abgelaufen und auf Platz drei verwiesen. „Die jüngere Generation zieht das säurebetontere, spritzigere vor.“ Ebenfalls ein Silvaner ist der weiße Weilheimer Bertold-Wein, dessen Trauben vom höchsten Weinberg Württembergs stammen.

Zu 90 Prozent wurde vor 20 Jahren in Weilheim noch Weißwein angebaut. Jetzt sind es je 50 Prozent weißer und roter. Von der Limburg stammt auch der rote Weilheimer Bertold-Wein.

Rotwein an der Limburg - „Das wird nichts, haben unsere Großväter immer gesagt“, erinnert sich Rainer Bauer zurück. Stimmt nicht, wie sich 25 Jahre später längst erwiesen hat. „Für den 2015er Jahrgang haben wir eine goldene Preismünze bekommen, für den 2016er eine silberne.“ Der 2017er Jahrgang ist aus Sicht des Hobby-Wengerters weniger preisverdächtig. „Wir hatten letztes Jahr große Probleme mit dem Frost im April. Es fehlt an Oechsle“. Dagegen könnte nach jetzigen Maßstäben der Jahrgang 2018, der beim großen Stadtjubiläum Weilheims im kommenden Jahr ausgeschenkt wird, wieder sehr gut werden. „Bis jetzt läuft alles optimal“, so Bauer.

Eine Rarität hat der Wengerter auch noch im Gepäck: den Richwara-Wein, der nur zu besonderen Anlässen ausgeschenkt wird. Er ist erst seit letztem Jahr auf dem Markt und geht auf eine Initiative von Rainer Bauer und Sandra Schöne vom Stadtmarketingverein zurück. Zu Ehren der Gattin von Bertold I. sollte es auch einen Frauenwein geben: Einen süffigen Rosé. Weil er nur aus einer einzigen Traubensorte besteht, darf er sich sogar „Weißherbst“ nennen. Wie der rote Bertrold-Wein wird auch „Richwara“ aus Spätburgunder-Trauben gekeltert. Dass der eine rot und der andere rosé ist, liegt am Herstellungsverfahren.

Weißen Saft haben alle Trauben - mit Ausnahme von tiefroten Sorten wie Acolon oder Dornfelder. Bleiben die ausgequetschten Trauben im hellen Saft liegen, wird er dunkler. Presst man nach zwei Stunden ab, gibt es einen Rosé-Wein, bleibt die Maische ein paar Wochen so liegen, wird der Wein rot.bil