Unzugeordnete Artikel

Wer in Kirchheim sein Fahrrad liebt

Ich bin gestern von Unterensingen mit dem Fahrrad nach Kirchheim gefahren, um dort in der Haupteinkaufsstraße einen Kaffee zu trinken. Am Eingang der Einkaufsmeile Marktstraße habe ich mich am Eingangsschild davon überzeugt, dass ich hier mit dem Rad reinfahren darf. Als ich im Schritttempo bis etwa zur Sitzgruppe am Marktplatz gekommen war, wurde ich plötzlich von drei Ordnungshütern angehalten und mir wurde erklärt, dass ich absteigen muss und nun 15 Euro Strafe bezahlen müsste. Auch wurden meine Ausweispapiere verlangt! Es bildete sich sofort eine kleine Menschenmenge, die beobachtete, was hier geschah. Ich bin mir vorgekommen wie ein Schwerverbrecher! Auf die Frage, ob ich wüsste, warum ich angehalten wurde, habe ich mit „Nein“ geantwortet. Ein freundlicher Ordnungshüter erklärte mir, dass das blaue Schild am Straßeneingang ein paar Meter weiter durch ein anderes Schild aufgehoben sei! Ich wurde auch zu diesem Schild „begleitet“.

Ich war sehr verärgert, weil ich mir vorgekommen bin, als ob ich hier in eine Falle gefahren bin. Nach Gesprächen im nachhinein mit mehreren Fahrradfahrern, wurde mir mitgeteilt, dass hier in der „Fußgängerzone“ ständig Fahrradfahrer abgezockt werden. Warum ich nicht erst einmal verwarnt wurde, verstehe ich auch nicht. Ich habe mir dann die Mühe gemacht und einige Zugänge zur Einkaufsmeile fotografiert, und dabei ist mir das Durcheinander der Vorschriften für den Radler erst richtig deutlich geworden. Ich bin 63 Jahre alt und halte mich in der Regel an solche Vorschriften, aber diese müssen übersichtlich, einfach und klar erkennbar sein!

Auch die Aussage einer der Ordnungshüter, dass sie die eigentlichen Fahrrad-Rowdys nicht erwischen, sondern nur die, die langsam fahren und anhalten und brav ihre Strafe bezahlen, macht die ganze Sache noch grotesker! Kirchheim hat angeblich 2014 einen Preis erhalten, eine fahrradfreundliche Stadt zu sein, dies kann ich leider nicht bestätigen! Bei diesem Schilderwald blickt keiner durch . . .

Jürgen Klein, Unterensingen

Anzeige
Anzeige