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Wer nie zweifelt   ...

Zum geplanten Industriegebiet „Hungerberg“

Hoffentlich nur eine „Fiktion: 1. Dezember 2025: Eröffnung neues Hightech-Werk. Nachfolger des im Neckartal „alten“ Verbrenner-Motorenwerks. Abmontiert und in China wieder aufgebaut, läuft dort die Produktion weiter. Die frei gewordene Fläche geht an einen Wohnbau-Immobilien-Inves­tor. Für etwaige Altlasten im Baugrund bürgt das Land. Die Einnahmen aus diesem Geschäft übersteigen die Kosten des neuen Werkes Hungerberg bei Weitem. Vollautomatisierte Produktion, Warenbewegungen rund um die Uhr mittels autonomer LKWs. Ab 2026, nach Aufteilung großer Teile der unteren Lufträume in Deutschland an die Automobilkonzerne, auch durch Transport-Drohnen. Lediglich einige Präsenz-Techniker schreiten bei manuellen Problemen ein.

Gesteuert wird die Anlage online von Ingenieuren/Verfahrenstechnikern, die von ihren weltweit verteilten Homeoffice-Arbeitsplätzen agieren. Per Online-Grußbotschaft war auch der CEO der outgesourcten Tochterfirma des Stuttgarter Investors zugeschaltet. Er versprach, für den mittelfristig zu erwartenden Gewinn ordnungsgemäß Gewerbesteuer zu entrichten. Im Anschluss wurde das renaturierte Firmenareal der ehemaligen Papierfabrik Lenningen besich­tigt. Das Land musste mit erheblichen Steuermitteln das Gelände erwerben und in seinen Urzustand zurückbauen. Hintergrund: Durch eine Änderung in Art. 2 § 16 des Landwirt- und Landeskulturgesetzes 2020 in Baden-Württemberg durften die für den Neubau am Hungerberg zusätzlich benö­tigten rund zehn Hektar Ausgleichsflächen nicht mehr wie bisher auf „Böden zur landwirtschaftlichen Nutzung“ erfolgen. Andere freie Flächen als die Industriebrache Lenningen waren nicht mehr vorhanden. Fiktion Ende.

„Wer nie zweifelt, wird sich auch nie sicher sein.“ (Johannes Kepler, Astronom, Physiker, Mathematiker, Schwabe)

Klaus Jähn, Dettingen

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