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„Wer zum Schwert greift ...“

Zum Artikel „Kirchheim spricht sich klar gegen Atomwaffen aus“ vom 6. April

Großartig, dass der Kirchheimer Gemeinderat mit großer Mehrheit den internationalen Appell zur Abschaffung von Atomwaffen unterstützt und damit ein Sig­nal an die Bundesregierung sendet, den UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen von 2017 endlich auch zu unterschreiben.

Unfasslich ist für mich, dass eine der drei Gegenstimmen ausgerechnet von einem evangelischen Pfarrer stammt, der in seiner Begründung öffentlich das irrwitzige Konzept der ­atomaren Abschreckung für „sinnvoll“ hält. Wie man Abschreckungspolitik und die Botschaft Jesu in der Bergpredigt unter einen Hut bringen soll, ist mir schleierhaft. Lassen sich Glaube und Politik einfach so auseinanderdividieren?

Der Jesus der Passion ist seiner Botschaft treu geblieben: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen“, sagt er zu Petrus, der ihn mit Gewalt verteidigen will. Jesus ist von römischen Machthabern hingerichtet worden, weil sie seine Botschaft von der Überwindung der Gewalt durch Gewaltlosigkeit fürchteten. Die heutige Politik braucht sich vor seiner Friedensbotschaft nicht mehr zu fürchten, weil ausgerechnet die „christliche“ Partei ihr den Stachel der Gewaltlosigkeit gezogen hat.

Martin Brost, Dettingen

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