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Wie sich die Jugendlichen der Polizei entzogen

„Wir scheinen einen Nerv getroffen zu haben“, freut sich Sebastian Dörfler über die vielen Besucher. Die 68er-Ausstellung im Haus der Geschichte lockt sowohl diejenigen an, die diese Zeit hautnah miterlebt haben, als auch die jüngere „Erlebnis-Generation“. Bewusst hat Dörfler das Jahr 1968 in einen längeren Zeitraum eingebettet. Die Ausstellung beginnt Ende der 1950er-Jahre und endet 1973.

Der Musik kommt in dieser Geschichte eine große Bedeutung zu. Es beginnt brav, die Musiker tragen zu Jazz- und Rock-‘n‘-Roll-Klängen brav Anzug und Krawatte, steigern sich dann aber schon bald zu total ausgeflippten Typen wie Guru Guru mit ihrem LSD-Marsch.

Das Thema Gewalt wird nicht ausgespart. „Provokation, Eskalation und die Frage der Gewalt“ ist ein Themenkomplex überschrieben, dem das Kapitel „Sag Nein!“ vorausgeht. Dazu zählt auch der Protest gegen den Vietnamkrieg der USA.

Das Phänomen Privatparty ist dank des wirtschaftlichen Aufschwungs entstanden. Die Wohnungen wurden größer und die Jugendlichen hatten eigene Zimmer, in denen sie Partys feierten. „Die Polizei war in großer Sorge. Bei öffentlichen Veranstaltungen konnten sie die Jugendlichen nach 22 Uhr rausschmeißen - bei den Privatpartys hingegen waren sie dieser Kontrolle entzogen“, erläutert Sebastian Dörfler.

Noch bis zum 24. Juni ist die Ausstellung „. . . denn die Zeiten ändern sich - Die 60er-Jahre in Baden-Württemberg“ im Haus der Geschichte in Stuttgart im Untergeschoss zu sehen. ih

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