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Wie viel ist genug?

Zum Leserbrief „Wohlstand sichern“ vom 15. Februar

Der Leserbrief des CDU-Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann und die Aussagen des Dettinger Bürgermeisters Haußmann bei der Bürgerinformation legen die Vermutung nahe, dass der Interessent für das Gewerbegebiet „Hungerberg“ Daimler heißt. Nachdem die Autoindustrie zusammen mit der CDU 40 Jahre lang sich dem ökologischen Umdenken verweigert hat, will man jetzt vermutlich die Brennstoffzellen-Technik im großen Maßstab auf dem Hungerberg weiterentwickeln, um den bereits verlorenen Anschluss an die internationale Konkurrenz aufzuholen.

Es gibt drei Strategien, der drohenden Klimakatastrophe zu begegnen: die Effizienz-Strategie fragt: wie kann man Energie einsparen? Die Konsistenz-Strategie fragt: wie kann man Material einsparen? Beide Strategien werden schon seit Jahren verfolgt. Aber trotz oder gar wegen der immer effizienteren Technologien und der angestrebten Kreislaufwirtschaft hat sich in den letzten 30 Jahren die Anzahl der Pkw in Deutschland von 30 auf 47,7 Millionen erhöht, ebenso sind Flächenverbrauch und Emissionen unaufhörlich gestiegen.

Die dritte Strategie heißt Suffizienz und fragt: Wie viel brauchen wir überhaupt? Wie viel ist genug? Aus dieser Sicht kann der Individualverkehr keine Zukunft mehr haben. Aber auf dem Hungerberg wird genau diese Frage nach der Suffizienz nicht gestellt werden! Es geht nur darum, der Konkurrenz zu begegnen und mit technischen Mittel sicherzustellen, dass alles so bleibt wie es ist - nur mit anderen Antrieben. Was für eine Blindheit!

Martin Brost, Dettingen

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