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Wie wär’s mit „Mettmann*frau“?

Zum Artikel: „,Gendern‘ in der Schule“ vom 19. Juni

Der erneute Vorstoß der Befürworter*innen einer „gendergerechten“ Sprache, sei es mit „Gendersternchen“, „Gendergap“ oder Binnen-I (StudentInnen) nimmt so langsam skurrile bis lächerliche Züge an. Zwar stimmt es grundsätzlich, dass Sprache die Realität verändern, aber auch zementieren kann. Viel wichtiger als neue „Sprachetiketten“ zu kleben, die zudem noch potthässlich sind, wäre jedoch, durch engagiertes Handeln zu einer nachhaltigen Geschlechtergerechtigkeit zu kommen. Die Schülerschaft für das Problem zu sensibilisieren ist wichtig, aber dafür ganze Unterrichtseinheiten aufzuwenden - wie von manchen Landtags-Grünen gefordert - wäre völlig übertrieben. Um die ohnehin knappe Unterrichtszeit einzusetzen gibt es wahrlich Wichtigeres!

Dass solche Termini wie „Amtmännin“ oder „Landsmännin“ mittlerweile der Vergangenheit angehören, ist gut. Dass andrerseits im März 2014 ein Wortungetüm wie „Studierendenwerk“ anstatt „Studentenwerk“ im baden-württembergischen Landtag mehrheitlich beschlossen wurde, verblüfft selbst heute noch. Ganz zu schweigen von den erheblichen Folgekosten für die Universitäten (Drucklegung, Schilder . . .), die durch dieses fragwürdige Gebilde entstanden. Bezeichnend ist auch, dass nicht alle Bundesländer in dieser Sache mitzogen, sondern es bei der geltenden Bezeichnung beließen.

Das lange Zeit unumstrittene „generische Maskulinum“ als geschlechtsneutraler Sammelbegriff (Ärzte, Politiker, Ingenieure . . .) würde nach meiner Auffassung auch heute noch gute Dienste tun. Für unbelehrbare, radikale „Genderrechtler“, die ein neues Betätigungsfeld suchen, zum Abschluss noch ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag. Wie wäre es mit der Beantragung einer Umbenennung des nordrhein-westfälischen Mettmann in „Mettmann*frau“ oder der rheinland-pfälzischen Montabaur in „Montabaur_bäurin“? Wirkt optisch hinreißend, oder etwa nicht?

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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