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Wiesen für Insekten wertlos

Zum Artikel „Die Milch macht‘s“ vom 1. Juni

Als ich das Interview mit Siegfried Nägele im Zusammenhang mit dem Artikel gelesen habe, bin ich zugegebenermaßen sehr erschrocken. Siegfried Nägele behauptet, dass durch viermaligen Schnitt pro Jahr mehr Licht auf den Boden komme und somit mehr Blühpflanzen und Kräuter hervorgebracht würden als bei einem Schnitt pro Jahr. Durch viermalige Mahd würde ein Insektenparadies geschaffen und man wirke so einer nachteiligen Veränderung der Landschaft entgegen. Diese Aussagen entsprechen alle nicht der Wahrheit!

Wie heißen denn die Blühpflanzen geschweige denn Kräuter, die bei viermaligem Schnitt pro Jahr noch zum Blühen kommen? Welche Pflanzen wachsen denn so nah am Boden?

Fakt ist, und das kann jeder leicht selbst beobachten, dass auf Wiesen, die von der konventionellen Milchviehwirtschaft bewirtschaftet sind, nicht einmal mehr Löwenzahn wächst, da selbst diese stickstoffresistente Pflanze der extremen Überdüngung nicht gewachsen ist. Kleines Beispiel: Noch vor Jahren konnte man Ende Mai/Anfang Juni schöne Wiesenblumensträuße pflücken - solche Wiesen sind heute leider kaum mehr zu finden.

Nachdem es keine Blühpflanzen auf diesen Flächen mehr gibt, hatte und hat dies natürlich auch Auswirkungen aufs Insektensterben. Die Wiesen sind als Nahrungsquelle für die Insekten bereits weggefallen und somit für Flora und Fauna wertlos. Die von Herrn Nägele erwähnte „nachteilige Veränderung der Landschaft“ ist daher längst vollzogen.

Des Weiteren vermisse ich in diesem Bericht - und dies geht an die Adresse des Teckboten - eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen Überdüngung und Grundwasserbelastung durch die konventionelle Milchviehwirtschaft, ebenso wie zum Thema „Milch als Lebensmittel“.

Uwe Mutschler, Neidlingen

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