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Basketball Den Knights gelingt nach ihrem Saison-Fehlstart die dritte Rückholaktion. Mit Rohndell Goodwin gibt Kirchheims Topscorer der Saison 2018/19 sein überraschendes Comeback. Von Bernd Köble

Zurück in Gelb: Rohndell Goodwin soll die Offensivflaute im Kirchheimer Spiel beenden.Foto: Tanja Spindler
Zurück in Gelb: Rohndell Goodwin soll die Offensivflaute im Kirchheimer Spiel beenden.Foto: Tanja Spindler

Dass er die halbe Miete sein kann, dafür gibt es Belege: Am 16. Dezember 2018 fehlte nicht viel und die Knights hätten gegen das alles dominierende Team der Liga die Überraschung geschafft. Dabei enttäuschte bei der 60:66-Heimniederlage gegen Chemnitz an diesem dritten Adventssonntag der Großteil der Kirchheimer Mannschaft. Bis auf einen: Rohndell Goodwin erzielte mit 30 Punkten exakt die Hälfte aller Kirchheimer Zähler und entzückte seinen damaligen Coach Mauricio Parra mit einer Trefferquote von knapp 60 Prozent. Am Ende verbuchte der Mann aus Oak- land in Kalifornien 18.1 Punkte und 5,7 Rebounds im Schnitt und war damit nicht mehr zu halten. Im Folgejahr knüpfte er unter Michael Mai in Bremerhaven nahtlos an diese Leistungen an.

Für Igor Perovic war Goodwin bis vor Kurzem noch ein unbeschriebenes Blatt. Eine „Waffe in der Offensive“ - damit hatte Kirchheims Headcoach nach dem Spiel vergangenen Samstag gegen Jena das umschrieben, was die Knights zurzeit am dringendsten brauchen. Dass Goodwin auf diese Jobbeschreibung passt, war offenbar Teil der Überzeugungsarbeit, die Kirchheims Sportchef Chris Schmidt nach eigenen Worten leicht fiel. Am Dienstag bereits stand der Shooting Guard in der Geschäftsstelle auf der Schwelle. Als der Mann, der die Kirchheimer Offensivflaute beenden soll. Schon am Samstag in Vechta könnte Goodwin sein Debüt im Trikot der Ritter geben.

Damit erhält der radikale Umbau der Mannschaft mit früheren Spitzenkräften nach drei Spieltagen immer schärfere Konturen. Was inzwischen wie ein „Best-of“ aus einer Dekade Kirchheimer Basketballgeschichte erscheint, bedeutet für andere das Schicht- ende: Justin Pierce muss gehen. Leicht fiel diese Entscheidung nicht. Nicht nur, weil der 23-jährige Amerikaner als äußerst angenehmer Zeitgenosse gilt, wie Schmidt betont, sondern auch deshalb, weil man bis zuletzt gehofft hatte, dass beim verhinderten Scharfschützen, der das verstaubte Bild vom „körperlosen Spiel“ gelegentlich zu wörtlich nahm, endlich der Knoten platzt.

Goodwin soll nun schneller zünden und gemeinsam mit Jonathon Williams und Besnik Bekteshi deutlich mehr Erfahrung und Abgezocktheit aufs Parkett bringen. Hinreichend motiviert dürfte er sein. Nach einer vor allem wirtschaftlich einträglichen Saison beim Al Ahli Sports Club in Katar will er es mit 30 Jahren in Europa auch sportlich noch einmal wissen. Erfreulich aus Kirchheimer Sicht: Mit Williams und Goodwin scheinen zwei dereinst prägende Figuren in der Pro A gute Erinnerungen an den Teckverein zu knüpfen.

Der muss nun schauen, dass auch im Spielalltag Routine einkehrt. Am Samstag in Vechta dürfte das noch schwerfallen. Für Williams und Goodwin soll im Rasta Dome die Premiere stattfinden, für Besnik Bekteshi wird es immerhin sein zweiter Einsatz sein. Ein dickes Fragezeichen steht dagegen hinter Point Guard Aleksa Bulajic, der seit Wochen über Schmerzen im Sprunggelenk klagt und im Training diese Woche pausieren musste. Dafür rechnen die Knights mit der Rückkehr von Tim Koch, der wegen einer Augenverletzung aus dem Karlsruhe-Spiel gegen Jena fehlte. Spielbeginn beim Erstliga-Absteiger aus Niedersachsen ist am Samstag um 19.30 Uhr.

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