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Wirklichkeit erkennen

Zum Leserbrief „Die Messlatte tief gesetzt“ vom 14. November

Leser Stefan Kromer meint, dem Teckboten-Korrespondenten Stefan Scholl einige Tiefschläge versetzen zu müssen. Herr Scholl schrieb zum Jubiläum der Oktoberrevolution von der „Mentalität des Sowjetmenschen“, die „scheinbar unausrottbar“ sei - Herr Kromer unterstellt ihm daraufhin, mit der Ausrottung des russischen Volkes zu sympathisieren. Mit solch schräger Argumentation lässt sich dann „die Denke von Journalisten seiner Art“ (Kromer) trefflich verunglimpfen. Welcher „Art“ sind denn „solche“ Journalisten?

Das russische Volk ist eines von vielen Völkern, die unter der Brutalität der Sowjetdiktatur furchtbar gelitten haben; die Verheerungen der Sowjetmentalität wirken dort und andernorts in vielfacher Hinsicht bis heute. Da hat Stefan Scholl leider recht. Die Darstellung dieser Wirklichkeit spricht auch in keiner Weise gegen gute Nachbarschaft und respektvollen Umgang mit Russland oder anderen Ländern - im Gegenteil: Wer am Schicksal und der Zukunft dieser Völker Anteil nimmt und ihnen Gutes wünscht, sollte dazu beitragen, die oft komplexe Wirklichkeit dieser Länder zu kennen und zu verstehen. Dazu trägt Stefan Scholl mit seinen Artikeln aus Russland und aus der Ukraine immer wieder in sehr ausgewogener Weise bei. Vielen Dank dafür!

Jörn Ziegler, Kirchheim

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