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Wölfe, Schafe und Menschen

Zur Diskussion über den Abschuss von Wölfen

Diejenigen, die immer wieder lautstark die Jagd auf Isegrim fordern, mögen doch bitteschön ihre Behauptungen von der Gefährlichkeit des Wolfes mit Daten und Fakten belegen, anstatt weiter Panik zu verbreiten. Europaweit gibt es nämlich keinerlei Nachweise dafür, dass nicht bejagte Wölfe aggressiver sind als bejagte. Im Gegenteil, die wenigen bekannten tödlichen Angriffe von gesunden Wölfen auf Menschen passierten in den vergangenen 70 Jahren ausschließlich in bejagten Populationen.

Ja, tödliche Schüsse würden die Angst der Wölfe steigern - und zwar vor Menschen, aber bestimmt nicht vor Schafen und Ziegen. Wölfe sind ja nicht blöd. Genauso wenig wie Füchse und Marder. Ihnen hat die Jägerschaft jahrhundertelang den „Respekt“ vor Menschen mit Gewehrkugeln und Totschlagfallen eingebläut. Trotzdem laufen sie nächtens durch die Dörfer und machen sich über ungenügend gesicherte Hühner- und Hasenställe her.

Schmerzhafte Erfahrungen mit geeigneten Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden sind weit effektivere Mittel, um dem wilden „Räuber“ die Jagd auf Weidetiere zu vermiesen. Oder wollen menschliche Jäger etwa Nacht für Nacht Wache auf Viehweiden schieben, um auf jeden Wolf zu feuern, der ihnen vor die Flinte läuft? Oder gar ganze Landstriche wolfsfrei schießen? Tatsächlich würde das gar nichts nützen, denn in jedes freigeschossene Wolfsterritorium würden rasch neue einwandern. Es sei denn, man rottet sie wie anno dazumal deutschlandweit mit Stumpf und Stiel wieder aus.

Daten und Fakten zum „Wolf in Deutschland“ finden Interessierte beim Bundesumweltministerium, Infos zur „Förderung von Herdenschutzmaßnahmen“ beim Umweltministerium Baden-Württemberg.

Marie-Luise Strewe, Lenningen

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