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Wort und Tat: eine Diskrepanz

Zum Artikel „Mehr Kritik als Applaus für Umweltmaßnahmen“ vom 23. September

Am vergangenen Sonntag reiste die Kanzlerin per Flugzeug mit großer Entourage nach New York, um dort das neu geschnürte Klimaschutzpaket der „GroKo“ vorzustellen. Fast zeitgleich flog die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin AKK mit Korona in gesondertem Flieger ebenfalls an die amerikanische Ostküste. Mit heftiger Kritik konfrontiert, vor allem auf dem Hintergrund der Klimaschädlichkeit von Flügen, hieß es von zuständiger Stelle lapidar, dass in einem Flugzeug nicht genügend Platz für beide Delegationen gewesen sei und dass ein Mitfliegen von AKK „unerwünscht“ sei. Wäre der Wille da gewesen, hätte man sicher den Begleittross auf beiden Seiten reduzieren und somit das Ganze koordinieren können. Als Mehrkosten für den Zusatzflug wurden übrigens rund 360 000 Euro errechnet. Na ja, egal, der Steuerzahler ist ja auch noch da! Zu diesem Vorgang passt ganz trefflich, dass im vergangenen August die Nachricht „aufploppte“, dass die sonst so „flugzeugkritischen“ Grünen offenbar die größten Vielflieger sind. So flogen demnach die Bundes-Grünen 126 Mal pro Kopf in einem Zeitraum von zwei Jahren. Honi soit qui mal y pense - ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

Es gilt offensichtlich wieder einmal, was schon Heinrich Heine in seinem „Wintermärchen“ von 1844 schrieb: „Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenn auch die Herren Verfasser. Ich weiß, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser.“

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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