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Zeitgemäße Wundbehandlung

Rabiate Kassen-Regresse bestrafen zeitgemäße Wundbehandlung. Die empfindliche Haut alter Patienten bedarf spezieller Verbandmittel, die ein Verkleben und Infizieren von Wunden verhindern. Obwohl offiziell nicht existierend, hat die größte Krankenkasse intern ein Budget für Verbandmittel eingerichtet - sage und schreibe 0,55 Euro pro Jahr und Patient. Und wer darüber liegt, bekommt einen Regress (Strafzahlung).

Belohnt wird der Arzt, der wenig/keine Verbände macht; bestraft wird, wer alte Patienten zeitgemäß gut behandelt. Die Vorlage von Vergleichsdaten wird von der Prüfkasse verweigert, Berücksichtigung von vermiedenen Chirurgie-/Krankenhausüberweisungen wird verweigert, korrekte Statistik wird verweigert.

Dem Krankenkassenvorstand ist das Thema wurscht, dem Gesundheitsministerium ist das Thema wurscht, ob‘s dem Kassenpatienten auf Dauer wurscht ist, wird sich noch zeigen. Schon jetzt machen über 30 Prozent der Hausärzte (soweit sie noch existieren) keine Kleinchirurgie mehr. Bei derart rabiaten Regressen (bis fünfstellig) kein Wunder. Und dass die jungen Mediziner in die Schweiz abwandern, auch kein Wunder. Für zeitgemäße Verbandmittel ist kein Geld da, aber genug für massig Werbung - Gott sei Dank!

Dr. Herbert Landthaler, Kirchheim

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