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Mobiliät Ein gemeinsames Stadtticket mit Weilheim und Kirchheim und eine effektive Bebauung der Grundstücke im künftigen Gewerbegebiet: Umweltaspekte spielen in Bissingen eine immer größere Rolle. Von Thomas Zapp

Wo jetzt Grünland und Ackerfläche ist, wird ab kommendem Jahr das Gewerbegebiet Fürhaupten gebaut. Foto: Jean-Luc Jacques
Wo jetzt Grünland und Ackerfläche ist, wird ab kommendem Jahr das Gewerbegebiet Fürhaupten gebaut. Foto: Jean-Luc Jacques

Mobilität ist zentral für die Lebensqualität in der Peripherie der Metropolregion: So haben zwei Punkte auf der Tagesordnung des Bissinger Gemeinderats genau dieses Thema behandelt. Zum einen würde Bürgermeister Marcel Musolf seine Gemeinde gerne zu einem gemeinsamen Stadtticket mit den größeren Nachbarn Kirchheim und Weilheim eingebunden sehen. Seit mehr als einem Jahr ist der Schultes an diesem Thema dran, nun hat sich erneut eine Gelegenheit ergeben, es auf die Tagesordnung zu setzen. Der Landkreis hatte die Gemeinden zu einer Stellungnahme zum neuen Nahverkehrsplan aufgefordert. Dieser muss alle fünf Jahre  überprüft werden, und dafür fragt das Landratsamt die Ideen und Vorschläge der Kreisgemeinden ab.

Gelegenheit genutzt

„Diese Gelegenheit haben wir natürlich gerne wahrgenommen“, sagt Marcel Musolf. Mit dem Stadtticket können Fahrgäste für drei Euro etwa in Kirchheim und Dettingen beliebig weit fahren und dabei auch umsteigen. Weilheim hat ein ähnliches Ticket aufgelegt. „Das macht in Städten auch Sinn“, sagt Marcel Musolf. Bissingen kommt mit Ochsenwang jedoch nicht auf die notwendigen Fahrgastzahlen, dass sich ein solches Angebot rentieren würde. Sinnvoll wäre ein gemeinsames Stadtticket im Verbund mit Weilheim und Kirchheim. Noch ist man im Verkehrsverbund VVS zurückhaltend. 

Solche Angebote sind auch für einen zweiten Punkt auf der Tagesordnung von Bedeutung: Die Zielsetzungen der Gemeinde für das geplante Gewerbegebiet Fürhaupten am Ortseingang. Die sind jetzt mithilfe der Beratungsgesellschaft KBB formuliert worden. Waren früher vor allem Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze die alleinigen Schwerpunkte, spielen heutzutage sowohl die Flächenausnutzung mit 30 Prozent als auch Umweltschutz und ökologisches Wirtschaften mit zehn Prozent eine große Rolle. Die Betriebe, die sich dort künftig ansiedeln wollen, müssen also Konzepte vorlegen. „Wir erwarten, dass man sich mit dem Thema Mobilität auseinandersetzt, wie viele Leute mit dem Auto kommen und wie viele Parkplätze es braucht und wie hoch der ÖPNV-Anteil ist“, sagt Marcel Musolf. Warum der öffentliche Nahverkehr oder Fahrgemeinschaften eine große Rolle für die Planung spielen, liegt auf der Hand. Jedes Auto bedeutet auch einen Parkplatz und der Verlust von nutzbarer Fläche. Es gehe schließlich um eine Fläche, die der landwirtschaftlichen Nutzung dauerhaft entzogen werde.

Leerstand vermeiden

Das Areal solle intensiv genutzt werden, weder Leerstand noch Wohnraum wolle man dort zulassen. Auch reine Lagerstätten sind dort nicht vorgesehen, sondern vor allem mehr Produktionskapazitäten für das örtliche Gewerbe. Ein Amazon-Lager, da lacht der Gemeindechef, könne er jetzt schon sicher ausschließen.

Mit einem Großteil der potenziell Interessierten aus der kommunalen Wirtschaft sind schon Gespräche in den vergangenen Jahren geführt worden, mit der Formulierung der entwicklungspolitischen Ziele hat Bissingen einen weiteren Schritt getan. Bislang waren die Wünsche der Betriebe eher unverbindlich geäußert worden, jetzt sollen nach dem Willen der Gemeinde konkretere Gespräche mit den Interessenten geführt werden. Auf der anderen Seite geht es mit den Eigentümern der Landfläche weiter, Grundstücke müssen „umgelegt“ werden, um passende Größen für potenzielle Käufer zu bekommen. Am besten kommen die Interessenten mit fertigen Bauanträgen.

In der zweiten Jahreshälfte wird nach den Stellungnahmen zum Entwurf des Bebauungsplans der Entwurf definitiv beschlossen. Anfang 2022 könnte der Bebauungsplan in Kraft treten und im Laufe des Jahres mit der Erschließung begonnen werden, immer vorausgesetzt, dass es keine corona-bedingten Verzögerungen gibt. Und vielleicht gibt es bis dahin auch Neuigkeiten vom Verkehrsverbund zum Thema Stadtticket.

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