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Zukunftspakt für Afrika

Zum Artikel „Arm und vergessen“ vom 22. Juni

Laut Klimaschutzkommission haben wir elf Jahre Zeit, den Klimawandel aufzuhalten, dabei ist dieser in Afrika bereits angekommen. Seit Jahrzehnten verdrängen wir das Elend in der Sahelzone: Überbevölkerung, Wassermangel, Hunger, Hoffnungslosigkeit. Steigende Temperaturen führen heute schon zur Verschärfung der ohnehin prekären Situation vor Ort. Wir sprechen häufig davon, dass Fluchtursachen in den Ursprungsländern bekämpft werden müssen, doch wir verfolgen eine Entwicklungshilfepolitik, die selbst der Entwicklungshilfeminister Gerhard Müller (CSU) als „Kolonialpolitik“ bezeichnet. Ein Großteil der Gelder fließt in Form von Aufträgen wieder nach Deutschland zurück.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist laut UN-Resolution ein Menschenrecht. 663 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser - jeder Deutsche verbraucht 5 000 Liter pro Tag, industrielle Produktion mit eingerechnet. Auch in Deutschland ist die Wasserqualität bedroht. Deshalb gibt es einen grünen Sechs-Punkte-Plan für sauberes Wasser: gegen übermäßigen Gülle- und Pestizideinsatz, Quecksilber-Minderung durch Kohleausstieg, Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Reduzierung von Plastikmüll, Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung zurückfahren, Kommunen bei Rekommunalisierung und Schutzgebietsausweisung unterstützen.

Die Grünen wollen einen Zukunftspakt mit den Ländern in Afrika. Im Zentrum stehen der Aufbau von rechtsstaatlichen Strukturen sowie funktionierende Steuersysteme und zivile Krisenprävention. Sie wollen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern: mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und sozial-ökologischen Investitionen. Die Grünen setzen auf eine gerechte Agrar- und Handelspolitik, die eine faire Zusammenarbeit mit afrikanischen Produzenten möglich macht und die afrikanische kleinbäuerliche Landwirtschaft weiterentwickelt. So schafft man Perspektiven für die Menschen in Afrika.

Birgit Sienz, Kirchheim

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