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Zwangsarbeiter in Owen

Zum Artikel „Gespensterfahrt durch Zuffenhausen“ vom 8. Juli

Es wird berichtet, wie schlecht Zwangsarbeiter in Deutschland behandelt wurden. Mein Mann (87) und ich (82) haben erlebt, wie das in Owen war. In der Schraubenfabrik Gutekunst waren Zwangsarbeiter beschäftigt. Zum Mittagessen ging es geschlossen zum Gasthof „Post“. Dort gab es abends auch Vesper.

Meine Familie lebte in der Marktstraße und unser Vater ist leider in Russland gefallen. Deshalb war der Franzose Arsan bei uns. Morgens kam er vom Lager in der Rathausstraße zur Stallarbeit zu uns und frühstückte anschließend mit uns. Danach die übliche Arbeit in einem Bauernhaus, das war sehr mühsam! Kein Traktor, keine Mähmaschine, kein Glyphosat. Er war ein sehr fleißiger und guter Hausgenosse. Abends brachte ich ihn zurück ins Lager.

Das dritte Beispiel war eine Russin, die bei meinem Großvater in der Brühlstraße lebte. Sie war verheiratet und bekam eine kleine Tochter, Katja. Meine Großeltern hatten viel Freude an dem Kind. Es war ein kleiner Trost für sie, da ihr eigener Sohn in Russland gefallen war. Nicht alle Deutschen waren Barbaren . . .

Maria Raichle, Owen

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