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Zwei Kirchheimer Pokal-Helden in Plochingen

Fußball Der Bezirksliganeuling setzt auf die Ex-VfL-Kicker Fabio Morisco und Thorsten Schöllkopf als Trainer-Duo.

Plochingen. Sie kennen sich schon seit ihrer Zeit als aktive Fußballer beim VfL Kirchheim - nun schwingen Fabio Morisco und Thorsten Schöllkopf beim Bezirksligisten FV Plochingen gemeinsam als Trainer und Co-Trainer an der Seitenlinie das Zepter.

Bereits 2002 standen die beiden zusammen beim damaligen Oberligisten aus der Teckstadt auf dem Platz - und erlebten dort den Höhepunkt ihres fußballerischen Schaffens. Mit dem VfL gewannen sie den WFV-Pokal gegen die Stuttgarter Kickers und spielten 2003 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den langjährigen Bundes- und heutigen Zweitligisten Hannover 96. Das Aufeinandertreffen mit Fußball-Größen wie Trainer Ralf Rangnick und dem späteren Weltmeister Per Mertesacker steht auf der Highlight-Liste der Kicker ganz oben. „So etwas vergisst man nie“, schwärmt Morisco, „etwa 5000 Zuschauer haben uns damals in Kirchheim angefeuert.“

Derartige Erlebnisse schweißen zusammen. Bis heute ist nicht nur der Kontakt zwischen Schöllkopf und Morisco geblieben, die beiden sind sogar enge Freunde. Ein Beleg dafür ist der gemeinsame Familienurlaub im vergangenen Jahr auf Mallorca. Kurios: Dadurch verpassten beide Trainer alles entscheidende Partien ihrer Teams. Morisco fehlte im letzten Saisonspiel der Plochinger, bei dem das Team den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt machte („Ich hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass das erst im letzten Spiel klappt“) und Schöllkopf das erste Abstiegsrelegationsspiel mit dem TSV Denkendorf.

Neue Rolle für „Schölle“

Ihre Freundschaft ist Hauptgrund dafür, dass der FV Plochingen Schöllkopf für die kommende Saison als Co-Trainer gewinnen konnte. Dieser will zusammen mit seinem Kumpel und Chefcoach Morisco die Plochinger Bezirksliga-Kicker in eine erfolgreiche Zukunft führen. „Wir wollten schon länger mal gemeinsam eine Aufgabe übernehmen. Jetzt ist eines zum anderen gekommen - es passt und ich freue mich sehr darüber“, sagt Schöllkopf. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf ein Jahr ausgelegt. Was danach kommt, weiß „Schölle“, wie er genannt wird, nicht: „Vielleicht bleibe ich ja auch viel länger. Aber Gedanken habe ich mir über die Zukunft bis jetzt noch keine gemacht.“

Für den 39-Jährigen ist das Amt beim FVP nicht nur eine neue Aufgabe, sondern auch eine neue Rolle. Bis 2019 war er Cheftrainer der ersten Mannschaft des TSV Denkendorf, zuvor stand er bei der zweiten Mannschaft des TSV an der Seitenlinie. Doch sowohl er als auch Morisco haben keine Bedenken, dass ihm der neue Job als Co-Trainer Probleme bereiten könnte - auch dank der engen Freundschaft. Morisco: „Das hilft sicherlich dabei, wir beide verstehen uns echt super gut und fußballerisch sprechen wir sowieso die selbe Sprache.“ Beide Coaches betonen jedoch auch, dass die Rollen des Trainers und Co-Trainers klar verteilt sind. „Fabio ist der Chef, er hat das letzte Wort“, macht Schöllkopf klar, ergänzt aber: „Ich bin sicherlich nicht nur gekommen, um Hütchen aufzustellen. Ich habe Fußball-Sachverstand, den Fabio auch abrufen wird.“ Morisco schlägt in die gleiche Kerbe: „Ich erwarte sogar von ihm, dass er sich ein- und die Mannschaft voranbringt.“ Jakob de Santis

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