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Zwischen Aufatmen und Schnappatmung

Fußball Während der TSV Weilheim II einen Sieg feiert, hadern die SF Dettingen mit sich und dem Schiedsrichter.

Weilheim. Entspannte Gesichter beim TSV Weilheim II, betretene Mienen bei den Sportfreunden Dettingen - die Gefühlslage bei den Teckteams in der Fußball-Kreisliga A2 nach dem Wochentagsspieltag könnte unterschiedlicher kaum sein: Während die Weilheimer von Trainer Robert Walter beim 6:3 gegen die TG Kirchheim voll überzeugten, gestand Kollege Nebih Kadrija nach dem 0:2 beim TSV Raidwangen die zweite Niederlage im zweiten Spiel: „Wir haben eine unterirdische Leistung geboten.“

Es ehrt ihn, dass er sich als Spielertrainer in seiner heftigen Kritik an der ganzen Mannschaft selber nicht ausnahm. „Ich hätte im Sechzehner drei Tore machen müssen. Aber die Kiste war wie vernagelt. Es war einfach bitter an diesem Abend“, haderte er.

Weil bekanntlich ein Unglück selten allein kommt, hatte auch Schiedsrichter Darko Radocaj einen schlechten Tag - jedenfalls nach Meinung von Kadrija: „Ich will unsere Fehler nicht mit denen des Schiris entschuldigen. Aber was der geboten hat mit seiner arroganten Pfeiferei, war nicht zu ertragen. Ich werde das auch bei der nächsten Verbandssitzung zur Sprache bringen.“

Raidwangens Trainer Werner Achtzehner kann das egal sein. Der 60-Jährige verbuchte beim Comeback bei seinem Lieblingsverein die ersten drei Punkte nach der 1:3-Startniederlage in Harthausen. Das gilt auch für Weilheim II nach der 1:4-Heimschlappe gegen Großbettlingen. „Wobei unser Gegner diesmal schwächer war“, meinte Trainer Robert Walter.

Unter dem trüben Flutlicht auf dem Kunstrasenplatz an der Lindach gelang es seiner Mannschaft, wenigstens zeitweise Glanz zu verbreiten. Die Routiniers der TG Kirchheim um Tiago Santos Araujo (38) haben am Ball noch alles drauf, aber in puncto Schnelligkeit zogen sie gegen die Jungs aus Weilheim meistens den Kürzeren. Und das, obwohl mit Paul Schrievers, Lars Wiest und Tobias Salzer drei wichtige Stützen noch fehlten. Walters Kommentar: „Der Kern der Mannschaft ist gleich geblieben, die Spieler haben sich weiterentwickelt. Jüngere sind dazu gestoßen. Wir sind auf einem guten Weg.“ Spielleiter Joachim Wiest, der nebenbei als Aushilfs-Linienrichter fungierte, nickte zustimmend. Er konnte unmittelbar nach Spielschluss beruhigt in den wohlverdienten Urlaub nach Österreich fahren.

TG sucht einen Knipser

Für die TG Kirchheim dürfte es schwer werden, die Klasse zu halten. Das Trainerduo Israfil Kilic und Mehmet Akkoyuncu hat nach der Zäsur mit elf neuen Spielern und 13 Abgängen noch viel zu tun, um eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu bilden. Vor allem fehlt ein torhungriger Stürmer wie früher Tim Lämmle. Der geht bekanntlich inzwischen für den SV Nabern auf Torjagd, dessen Spiel in Altdorf am Donnerstag wegen eines kaputten Flutlichts abgesetzt werden musste.

Gemeinsam mit den ebenfalls noch punktlosen SF Dettingen hinkt die TG in der Kreisliga A, Staffel 2, hinterher. Die Weilheimer haben sich vorerst im Mittelfeld etabliert, das Nabern mit dem 4:1-Sieg vergangenen Sonntag gegen TSV Linsenhofen anführt. Vorne thronen der TSV Oberboihingen und Türkspor Nürtingen, beide ohne Punktverlust. Wie lange noch? Oberboihingen hat das Derby beim FV 09 Nürtingen vor der Brust, Türkspor geht morgen als Favorit ins Heimspiel gegen Bempflingen. Klaus Schlütter

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