Notzingen. „Über eine Photovoltaikanlage auf dem Grundschuldach haben wir schon einmal diskutiert, als es darum ging, gemeinsam mit der Schule und den Eltern die Anlage zu betreiben“, erinnerte Herbert Hiller. Damals gab es ein Nein, weil für den Gemeinderat klar war, das Projekt – wenn überhaupt – in eigener Regie zu betreiben. Erneuten Schwung in die Debatte brachte die Anfrage eines Interessenten, der Dachflächen der Gemeinde für solche Anlagen mieten wollte. Weil sich auch die Rahmenbedingungen geändert haben, stand das Gremium diesem Thema nicht ablehnend gegenüber.
„Dann sind wir bei der Energiewende mit einem Teil dabei“, erklärte Herbert Hiller. Für ihn kommt jedoch nur das Dach der Grundschule infrage. Bei den Hallen sieht er Probleme mit der Statik und die Dichtigkeit in Gefahr. „Wenn wir auf 100 Metern das Dach der Sporthalle anbohren, wird es undicht und wir haben eine Schwimmhalle“, bekam er Schützenhilfe von Hans Prell. Prinzipiell sprach er sich für eine Photovoltaikanlage aus, die Dachfläche dürfe jedoch nicht zu klein sein. „Es soll einen Sinn machen.“ Außerdem legt er Wert darauf, mögliche Speicherkapazitäten zu prüfen. Bürgermeister Sven Haumacher widersprach der Aussage über die Dachqualität: „Ein EnBW-Techniker hält alle Gemeindedächer für geeignet.“
Für Erhard Reichle ist eine genossenschaftlich betriebene Anlage durchaus denkbar, ebenso das Modell der Geldanlage für die Gemeinde. „Wenn wir einen Beitrag zur Energiewende leisten wollen, dann ist es sinnvoll, den Strom selbst zu nutzen – und nicht als Kapitalanlage“, lautet dagegen die Überzeugung von Rudolf Kiltz.
Klar gegen das Projekt sprach sich Günter Barz aus. „Das ist eine Subventionsgeschichte. Statt Butterberge und Milchseen produzieren wir jetzt Photovoltaikwüsten. Auf gutem Ackerland leuchtet es einem jetzt kilometerweit blau-silber entgegen“, kritisierte er. Gegen die staatlichen Gelder sprach sich auch Emilia Montero Rodriguez aus, deren familiäre Wurzeln im sonnigen Spanien liegen: „Für den Normalbürger ist es dort viel zu teuer, weil der Staat diese Technik nicht finanziert.“
„Das ist allemal besser als ein neues Atomkraftwerk, und die wurden und werden auch subventioniert. Wenn wir die Abbaukosten mitberücksichtigen, sind wir mit der Solartechnik gut dran“, stellte Hans-Joachim Heberling klar.
Erhard Reichle schlug vor, das Vorhaben mit Schwerpunkt Eigenverbrauch kalkulieren zu lassen, um endgültig eine Entscheidung treffen zu können. Die Grundsatzentscheidung für eine Photovoltaikanlage auf der Grundschule fiel jedoch schon in der jüngsten Sitzung: Zehn Gemeinderatsmitglieder sprachen sich dafür aus, drei dagegen und es gab eine Enthaltung. Bei zwei Enthalten entschied das Gremium, dass die Gemeinde die Anlage selbst betreibt und der Schwerpunkt auf Eigenbedarf gelegt werden soll.
