Weder viel gespart noch groß geprasst im Kirchheimer TA
Räte müssen Echse schlucken

In der Hoffnung, die eine oder andere Ausgabe noch abwenden zu können, griffen Kirchheims Räte in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (TA) bei der Vorberatung der Haushaltsanträge zum Mittel des Sperrvermerks, etwa beim Thema „Umsiedelung von Zauneidechsen“.

Irene Strifler

Kirchheim. 80 000 Euro sollten für die Artenschutzmaßnahme der Umsiedlung von mehreren Dutzend Zauneidechsen eingestellt werden. Sie stehen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten und leben ausgerechnet im künftigen Gewerbegebiet Hegelesberg. „Diese Kröte – oder Echse – müssen wir schlucken“, unterstrich Stadtplaner Pohl, dass es keinen Ermessungsspielraum gebe. Auf Antrag der Oberbürgermeisterin erhielt der Posten dennoch einen Sperrvermerk. Man hofft auf günstigere Umsiedlungschancen.

Knapp 40 000 Euro lassen sich sparen, wenn auf den provisorischen Test der Auswirkungen des Krone-Kreisels am Alleenring nach dessen Fertigstellung im Herbst verzichtet wird. Dies hatten ursprünglich die Freien Wähler gefordert, doch die TA-Mehrheit folgte dem nicht. Ebenfalls keine Mehrheit erhielt der Antrag der Freien Wähler, den Ansatz für Spielplätze und Außenanlagen um zehn Prozent zu kürzen. Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker betonte, in der städtischen Spielplatzkonzeption werde das Ziel längst umgesetzt, Standards zu hinterfragen.

Ein möglicherweise generationsübergreifender Bürgertreff im jetzigen Jesinger Rathaus soll zunächst planerisch angegangen werden. „Hier geht es um viel mehr als um die Ortschaftsverwaltung“, hatte Ortsvorsteher Michael Möslang auf den Einwand von Grünen-Sprecherin Sabine Bur am Orde-Käß entgegnet, die das Millionenprojekt Neubau nicht unbedingt als städtische Aufgabe sah.

Als städtische Aufgabe akzeptiert wurde dagegen nach längerer Diskussion die Neugestaltung der Außenanlagen am Wachthaus. CDU-Sprecher Dr. Thilo Rose sah dies als privatwirtschaftliche Aufgabe und wollte lieber 140 000 Euro sparen. Das Gremium folgte dann aber dem Antrag des SPD-Vorsitzenden Walter Auegle, wonach die Stadt eine entscheidende Beteiligung des Pächters erwirken soll. Übergeordnetes Ziel ist, den Übergang zur Dettinger Straße attraktiver zu machen und die Einkaufsmeile damit auszudehnen.

Keine Mehrheit erzielte die Anregung der SPD, in Kirchheim Urnenwände zu ermöglichen. Walter Aeugle hatte hier aktuellen Handlungsbedarf gesehen. Matt-Heidecker verwies jedoch auf den gültigen Gemeinderatsbeschluss, wonach von dieser Idee, vor allem aus Kostengründen, Abstand genommen worden war.