Kirchheim. Ein großes Lob gab es von Schulleiter Erich Zeh, der in seiner Begrüßungsrede von 25 Meis
terschülern sprach, die den 59. Meisterlehrgang erfolgreich abgeschlossen haben. „Die Qualifikation, die sie mit dem Abschluss der Meisterschule erhalten haben, wird sich schnell bezahlt machen“, zeigte sich Zeh überzeugt. „Jährlich werden 3 700 Meister in Baden-Württemberg benötigt und nur 1 700 Neumeister ausgebildet.“ Nach der einjährigen Vollzeitausbildung hätten die jungen Männer nun das Rüstzeug, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen oder in neuer Funktion in ihre alten Betriebe zurückzukehren. Zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben besäßen sie nun die Ausbildung dazu, um verstärkt in den Bereichen Kundenkontakt und Personalführung tätig zu sein, und um einem immer anspruchsvolleren Denken in der Land- und Baumaschinentechnik gerecht zu werden.
„Die jungen Leute haben heutzutage zu wenig Praxiserfahrung. Manche würden sich leichter tun, wenn sie zwei bis drei Jahre nach der Ausbildung erst einmal ihren Beruf ausüben und sich dann als Meister weiterqualifizieren“, gab Eugen Maier, Klassenlehrer der Meisterschule, zu bedenken. Dennoch haben die Jungmeister ihre Prüfung, die aus verschiedenen Teilen bestand, geschafft. Schulleiter Erich Zeh lobte in diesem Zusammenhang die gute Vorbereitung der Meisterschüler durch ihre Lehrer, sodass sie auch die schwierigen Teile bewältigen konnten.
„Rechts- und Wirtschaftskunde und Rechnungswesen sind mir besonders schwer gefallen“, berichtete der 22-jährige Florian Stroh. Dafür seien ihm andere Fächer leichter gefallen.
Als Meisterprojekt stellte Sven Rühle einen umfunktionierten Sägespaltautomaten vor und schilderte, was den Ausschlag dazu gegeben hatte, gerade dieses Thema anzupacken: „Der Kunde ist körperlich angeschlagen und kann nur noch mit der rechten Hand die Maschine betätigen“, erläuterte Rühle. Zuvor habe er beide Hände zum Bedienen der Maschine gebraucht. „Durch den Umbau haben wir die Maschine so umfunktioniert, dass der Kunde in Zukunft nur noch die rechte Hand benötigt. Spezielle Schutzfunktionen sind zusätzlich eingebaut worden, um vor etwaigen Unfällen zu schützen“, erklärte Rühle.
Auch Kurt Neuscheler, Landesinnungsmeister, und Helmut Köritzer, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses, lobten die angehenden Meister für ihre Leistungen. „Das Wort Meister ist zwar ein kurzes Wort, beinhaltet aber unheimlich viel“, sagte Helmut Köritzer. Die jungen Männer hätten sich als Meister der Land- und Baumaschinentechnik ein breites Wissen angeeignet. „Es muss stets auf dem neuesten technischen Stand sein“, appellierte der Vorsitzende an die Meister.
Am 22. Oktober bekommen die Meisterschüler bei der zentralen Meisterfeier, die auf der Neuen Messe Stuttgart stattfindet, ihr Meisterprüfungszeugnis ausgehändigt. Am Freitag erhielten die jungen Männer bereits ihre Schulzeugnisse, Zertifikate und einige auch Belobigungen.
