Viele Betriebe wollen Personal einstellen
Regionale Wirtschaft 
läuft auf Hochtouren

Die regionale Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Die steigende Inlands- und Auslandsnachfrage beschert den Unternehmen volle Auftragsbücher und wachsende Umsätze – vor allem in der Industrie. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.

Stuttgart. Hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie zunehmende Inflation konnten die Stimmung bei den Unternehmen kaum trüben. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate bleiben mehrheitlich optimistisch. Davon profitiert der Arbeitsmarkt: Fast ein Drittel der Betriebe will zusätzliches Personal einstellen – so viele wie seit elf Jahren nicht mehr.

„Fast alle Unternehmen haben die Krise hinter sich gelassen“, erklärt IHK-Präsident Dr. Herbert Müller. „Immer mehr Betriebe sind in die Gewinnzone zurückgekehrt und das über alle Branchen hinweg.“ Am Aufschwung der Binnenwirtschaft partizipierten diesmal auch Einzelhandel und Bauindustrie. Von den weiter steigenden Investitionen der Unternehmen in Deutschland profitiere vor allem der Maschinenbau. Nur in energie- und rohstoffintensiven Branchen, wie etwa dem Transport- und Verkehrsgewerbe, sei die Ertragssituation einiger Unternehmen noch schlecht.

Laut Umfrage bewerten mehr als die Hälfte der Betriebe (53 Prozent) ihre Lage gut, etwa fünf Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Jahres. Über eine schlechte Lage klagen nur noch fünf Prozent der Betriebe – zwei Prozentpunkte weniger als im Januar. Fast 70 Prozent der Unternehmen melden gestiegene Umsätze. Wie zu Beginn des Jahres erwarten für die kommenden Monate mehr als 90 Prozent aller Unternehmen bessere oder gleichbleibend gute Geschäfte. Pessimistisch sind etwa 7 Prozent.

Weiterhin ungebrochen ist die Exportzuversicht der Unternehmen. Zwar ist laut Umfrage die Zahl der Exportoptimisten im Vergleich zum Jahresbeginn von 52 auf 48 Prozent zurückgegangen, jedoch rechnen weiterhin nur fünf Prozent mit Rückschlägen im Auslandsgeschäft.

Die Zahl der Betriebe, die in den nächsten Monaten zusätzliches Personal einstellen will, ist gegenüber dem Frühjahr von 29 auf 32 Prozent gestiegen. Nur noch neun Prozent sehen sich zum Personalabbau gezwungen. Im Frühjahr waren es noch 13 Prozent. „Die Zahl der offenen Stellen könnte jedoch schneller zunehmen als die Arbeitslosenzahlen zurückgehen“, warnt der IHK-Präsident. Im Fachkräftemangel sehen viele Firmen ein Konjunkturrisiko. Dr. Müller: „Angesichts tiefgreifender demografischer Veränderungen und zunehmenden Fachkräftemangels müssen vor allem frühkindliche Bildung, Schulbildung, Berufsorientierung und Ausbildungsreife der Schulabgänger verbessert werden.“ Müller begrüßt die Absicht der neuen Landesregierung, verstärkt in Bildung zu investieren.pm