Dass Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker (SPD) sich erneut um das Amt der Stadtchefin bewirbt, ist bekannt. Jetzt ist beim CDU-Stadtverband Kirchheim-Dettingen der Ruf nach einem bürgerlichen Gegenkandidaten laut geworden.
Kirchheim. Der CDU-Stadtverband Kirchheim-Dettingen hat sich in jüngster Vorstandssitzung mit der Oberbürgermeisterwahl in Kirchheim beschäftigt, die am 4. Dezember ansteht. Die Vorstandsmitglieder brachten klar zum Ausdruck, dass sich die CDU eine „echte Wahl“ erhoffe. Diese sei nur dann gegeben, wenn die Bürger eine Auswahl zwischen mindestens zwei Kandidaten hätten. Der Vorstand des Stadtverbands erwartet, dass durch die Bewerbung eines weiteren Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager eine breite Diskussion mit der Bevölkerung über den inhaltlichen und personellen Kurs sowie das Profil der Stadt Kirchheim angestoßen werde.
Kirchheim habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Baumaßnahmen im Bereich Bildung und Betreuung realisiert und auch pädagogische Konzepte im Vorschulbereich entwickelt. Nach Auffassung des CDU-Stadtverbands handelt es sich allerdings weitgehend um eine Aneinanderreihung von Einzelmaßnahmen. „Wir vermissen bei Bildung und Betreuung ein erkennbares Gesamtkonzept vonseiten der Verwaltung“, so der Vorsitzende, Dr. Volker Hann.
Auch als Sportstadt könne Kirchheim sein Entwicklungspotenzial stärker nutzen. Die Verwaltung müsse die Vereine aktiv unterstützen. Insbesondere die Schließung des Hallenbads bedeute einen Einschnitt bei der Attraktivität des Sport- und Freizeitangebots. Hier gelte es, Konzepte zu entwickeln, die über die Klärung von Standortfragen hinausgingen.
Zum Erhalt der Wirtschaftskraft müsse man angesichts zunehmender Geschäftsaufgaben die Ursachen analysieren und Maßnahmen zur Unterstützung des Handels entwickeln. „Wir befürchten sonst eine Verödung der Innenstadt und eine Entwicklung, in der renommierte Fachgeschäfte von Discountern und Billigläden abgelöst werden“, so der CDU-Stadtverband. Das Stadtoberhaupt müsse zudem eine aktive Rolle bei der Ansiedlung zukunftsfähiger Produktionsbetriebe übernehmen. Wirtschaftsförderung sei „Chefsache“.
Der Stadtverband vermisse zudem ein Gesamtkonzept zur Förderung bürgerschaftlicher und genossenschaftlicher Ansätze der alternativen Energieerzeugung, das über Einzelinitiativen hinausgehe. Zur Entscheidung über die Konzessionsverträge der Stromnetze sollten Kirchheims Bewohner eine klare Aussage erhalten, ob sich die Verwaltung im Stande sehe, einen wirtschaftlich erfolgreichen Eigenbetrieb aufzubauen.
Die Realisierung einer bürgerfreundlichen Verwaltung müsse zur Chefsache werden, forderte der CDU-Stadtverband. Dazu gehöre eine zeitnahe Bearbeitung von Vorgängen und verständliche Kommunikation.
Die CDU sehe zudem einen hohen Nachholbedarf bei der Infrastruktur. Bei der Ortsdurchfahrt und im Innenstadtbereich gebe es vermehrt Staus. Eine Stadt müsse allen Mobilitätsbedürfnissen Rechnung tragen. Dazu gehöre auch die angemessene Instandhaltung von Straßen und der Rückbau von Ampeln zugunsten von Kreisverkehren. Dem Bedürfnis der Einwohner und Besucher Kirchheims nach Sicherheit und Sauberkeit müsse die Verwaltung zudem noch mehr Aufmerksamkeit widmen.
Der CDU-Stadtverband forderte eine deutlich stärkere Mobilisierung des Sachverstandes innerhalb der Verwaltung und weniger Rückgriffe auf externe Berater: „Wir erwarten von der Verwaltungsspitze weiteres Engagement bei der Entwicklung und Formulierung von klaren Konzepten und Initiativen zur Weiterentwicklung Kirchheims.“ pm
