Starke Wirtschaft in der Teck-Region
Rund 47 Prozent mehr Gründungsberatungen

Programm zur Beschleunigung von Existenzgründungen

Start-ups und junge Unternehmen sollen mit dem Programm zielgerichtet gefördert werden. Foto Pexels / Tima Miroshnichenko
Start-ups und junge Unternehmen sollen mit dem Programm zielgerichtet gefördert werden. Foto Pexels / Tima Miroshnichenko

IHK. Die IHK Region Stuttgart verzeichnete im Jahr 2025 rund 47 Prozent mehr Gründungsberatungen als im Vorjahr. „Wenn die aktuelle Transformation hier positive Effekte freisetzt, müssen wir alles daransetzen, dass Gründungen schnell Wirkung entfalten“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Susanne Herre. Landesweit konnten laut Statistischem Landesamt im letzten Jahr sogar 85.800 Neugründungen verzeichnet werden. Das sind 11,7 Prozent mehr als 2024. Dennoch sieht die IHK Region Stuttgart weiteren Handlungsbedarf. „Gründerinnen und Gründer bringen frischen Wind und neue Ideen in die Wirtschaft. Damit aus diesen Ideen erfolgreiche Unternehmen werden können, brauchen sie Unterstützung und verlässliche Leitplanken durch die Politik.“

Zunehmende Zahl von Anträgen

Aus diesem Grund fordert die IHK, die im Sondierungspapier der künftigen Landesregierung genannten Punkte zu Unternehmensgründungen auch konsequent im Koalitionsvertrag zu verankern. „Wir beobachten aktuell ein großes Interesse am Schritt in die Selbstständigkeit,“ so Herre. Dafür sprechen die deutlich gestiegene Nachfrage an Gründungsberatungen bei der IHK, höhere Teilnehmerzahlen bei Informationsveranstaltungen und die zunehmende Zahl von Anträgen zum Gründerzuschuss.

Damit diese Gründungsinteressierten auf dem Weg zum Unternehmertum nicht verloren gehen, fordert die IHK, Existenzgründungen leichter und unbürokratischer zu machen und hat dazu ein Fünf-Punkte-Programm aufgestellt. „Stadt und Region müssen Existenzgründungen als klare Priorität begreifen. Gründungsprozesse müssen schneller, digitaler und praxisnaher gestaltet werden“, betont Susanne Herre.

Die fünf Punkte des Programms

Zentrale Anlaufstruktur für Gründungen schaffen: Mit der Einrichtung eines One-Stop-Shops können unklare Zuständigkeiten und widersprüchliche Auskünfte vermieden werden. Eine zentral organisierte, digital gut aufgestellte Anlaufstelle kann relevante Gründungsprozesse bündeln, verbindlich koordinieren und deutlich beschleunigen.

Gründungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und transparent gestalten: Zeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Gründerinnen und Gründer. Lange Bearbeitungszeiten von mehreren Monaten wie zum Beispiel in Stuttgart, fehlende Rückmeldungen und intransparente Abläufe müssen vermieden werden, um Stuttgart und die Region als Gründungsstandort attraktiv zu machen.

Bürokratische Lasten und kommunale Gebühren für Gründer senken: Insbesondere Einzelpersonen, Start-ups sowie kleine Unternehmen stoßen früh an bürokratische

Grenzen. Das verzögert den Markteintritt und kostet unnötig Zeit und Geld. Hier braucht es gezielte Entlastungen. Dazu gehört auch, dass die Vielzahl an notariellen Formerfordernissen überdacht wird.

Start-ups und junge Unternehmen zielgerichtet fördern: Förderprogramme und Finanzierungsinstrumente müssen einfacher, übersichtlicher und praxisnäher werden. Zudem sollten weitere Pilotprojekte wie beispielsweise im Vergaberecht gezielt für junge Unternehmen geöffnet werden.

Unternehmertum frühzeitig fördern und Nachfolgen sichern: Unternehmerisches Denken sollte systematisch in Schule, Ausbildung und Hochschule verankert werden. Gleichzeitig muss die Unternehmensnachfolge als gleichwertige Form der Gründung gezielter unterstützt werden.

Unternehmerische Aktivitäten nachhaltig stärken

Die Region stehe vor einer wirtschaftlichen Weggabelung, so Herre. Gründungen und Unternehmensnachfolgen entschieden darüber, ob Transformation und Strukturwandel aktiv gelingen. „Wir müssen dringend dafür sorgen, dass Gründen attraktiver und einfacher wird, um unternehmerische Aktivitäten nachhaltig zu stärken“, so die IHK-Chefin.