Kreis Esslingen. Nach dem Vortrag des Stadtsoziologen Dr. Richard Reschel über „Innerstädtische Potenziale“ um 16.10 Uhr werden im Foyer des Landratsamts um 16.30 Uhr drei Projektbeispiele für die Nutzung von Innenstadtflächen vorgestellt: Die „Neue Weststadt“ in Esslingen, das „Steingau-Quartier“ auf dem ehemaligen EZA-Gelände in Kirchheim und der „Messe-Flughafen-Standort LE“ in Leinfelden-Echterdingen. Um 17.20 Uhr erklärt Jürgen Lindenberg, Geschäftsführer von Citizen Machinery, was ein japanisches Unternehmen nach Deutschland lockt. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Gespräch. An Informationsständen können sich Unternehmen über Gewerbeflächen informieren. Auch die Stadt Kirchheim ist mit einem Stand vertreten.
„Mit dieser Veranstaltung bieten wir Investoren und Ansiedlungswilligen eine Plattform“, so Landrat Heinz Eininger. Partner beim Investorenforum sind die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart. 170 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen hätten sich bereits angemeldet. Eininger hält es für wichtig, dass sich der Landkreis nicht nur auf großen bundesweiten Gewerbe
immobilienmessen wie der Expo-Real präsentiert, sondern auch vor der eigenen Haustür. „Man muss auch ortsansässige Unternehmen über Ansiedlungspotenziale informieren“.
Der Landkreis halte ein reichhaltiges Angebot an Gewerbeflächen bereit, biete einen guten Mix aus traditionellen und innovativen Unternehmen sowie Industrie- und Dienstleistungsfirmen. Außerdem sei die Lebensqualität sehr hoch. Wichtig ist dem Landrat außerdem, zu signalisieren, dass Investitionen im Landkreis ausdrücklich erwünscht sind. „Die Diskussionen über Stuttgart 21 haben viele verunsichert und Zweifel geweckt, ob der Standort überhaupt zukunftsfähig ist“, glaubt Eininger.
Da die Gewerbeflächen im dicht besiedelten Landkreis immer knapper würden, müsse man das Augenmerk auf Flächen im Innenstadtbereich richten. „Die grüne Wiese spielt keine so große Rolle mehr“. Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, pflichtet ihm bei. Während es oft schwierig sei, die Nachfrage nach großen Flächen in der Region zu bedienen, böten die Innenstädte großes Potenzial. Der Zeitpunkt für diese „Expo-ES“ sei genau richtig: Die Nachfrage nach Immobilien nehme im Moment wieder stark zu. Wirtschaftsförderung brauche attraktive Standorte wie den Landkreis Esslingen, den Rogg als „industriestark, innovativ und exportstark“ bezeichnet. Allerdings wirbt Rogg dafür, mehr Gewerbeflächen für Logistikunternehmen bereitzustellen. „Logistik bedeutet nicht immer viel Fläche, viel Lärm und wenig Arbeitsplätze“, so Rogg. Wenn es nicht gelinge, die Zulieferer-Logistik vor Ort zu halten, werde das langfristig zum Standortnachteil.
Dieser Meinung ist auch Burkhard Wittmacher, neuer Vorstand für Geschäftskunden bei der Kreissparkasse. „Die Nachfrage nach Logistik
immobilien ist groß, aber solche Flächen sind im Landkreis rar und auch nicht unbedingt im Fokus der Kommunen“, so Wittmacher. Allerdings könne man sich dieser Nachfrage nicht dauerhaft verschließen. Auch Handwerksbetriebe hätten oft Schwierigkeiten, geeignete Standorte zu finden. Eine große Stärke des Landkreises sieht Wittmacher in der heterogenen Struktur. „Wenn es einem Unternehmen im Filderraum zu teuer ist, geht es eben nach Plochingen, Esslingen oder Kirchheim“.
Unternehmen, die am Investorenforum im Landratsamt teilnehmen wollen, können sich bei Wirtschaftsförderer Markus Grupp unter der Telefonnummer 07
11/39 02-20 90 anmelden. Seine E-Mail-Adresse lautet grupp.markus@lra-es.de. Mehr Informationen gibt es online unter www.landkreis-esslingen.de/investorenforum.
