Dettingen. Seit etwa zehn Jahren besitzen Norbert und Elisabeth Stölzle Schafe. „Wir haben eine große Wiese in Dettingen“, erzählt der Schafzüchter Norbert Stölzle. „Ich hatte das häufige Mähen satt, und so kamen wir auf die Idee, uns Schafe anzuschaffen.“ Ein Hobby, dem Norbert Stölzle und seine Frau Elisabeth mit ungetrübtem Spaß nachgehen könnten, wären da nicht die häufigen Vorfälle mit Hunden und Hundebesitzern.
„Bis jetzt ist in jedem Jahr etwas passiert“, sagt Elisabeth Stölzle. Und sie wären auch nicht die Einzigen, denen es so gehe. Mit mehreren anderen Schäfern hätten sie schon über dieses Thema diskutiert, und alle hätten dieselben Probleme. „Eine befreundete Schäferin aus Reichenbach hat mir mal gesagt, dass man das eben einfach hinnehmen oder aufhören muss“, erzählt Elisabeth Stölzle. „Aber das kann ja auch nicht die Lösung sein.“
Die Zwischenfälle sind keineswegs Lappalien. Vor circa vier Wochen zum Beispiel sprang ein Hund über den unter Strom stehenden Zaun, jagte den Schafen nach und biss einem davon ins Ohr. „Wir kamen auf unsere Wiese, und da hing das Ohr kaum mehr am Schaf dran“, erinnert sich Norbert Stölzle. Das Tier wurde zum Tierarzt gebracht und hat den Unfall glücklicherweise überlebt. Das Ohr konnte nicht gerettet werden.
In den zehn Jahren als Schafzüchter haben die Dettinger aber noch einiges mehr erlebt. Rennt beispielsweise ein Hund auf die Herde zu, erschrecken die Tiere, und bei der Flucht eines trächtigen Schafes kann es passieren, dass sich das Lamm im Mutterleib dreht. „Ist man dann nicht da, wenn das Lamm kommt, kann es sein, dass die Geburt schiefgeht und das Lamm stirbt“, erklärt Norbert Stölzle. „So sind uns bestimmt schon vier Lämmer verloren gegangen.“ Besonders schlimm waren die beiden Male, als sich Lämmer auf der Flucht vor vorbeijagenden Hunden im Elektrozaun verfangen haben. Solche Zäune sondern jede Sekunde einen Stromschlag ab. „Als wir dann auf die Wiese kamen, hingen die Lämmer schon mehrere Stunden im Zaun fest. Da hatten wir keine Chance mehr, sie zu retten“, erinnert sich der Schäfer. Es mache ihm langsam keinen Spaß mehr, immer mit einem mulmigen Gefühl zu seinen Schafen zu fahren.
Norbert und Elisabeth Stölzle haben nichts gegen Hunde, sie besitzen selbst zwei. „Unsere Hunde kennen die Schafe aber. Da haben sie keine Angst“, sagt Elisabeth Stölzle. Bei fremden Hunden sieht das anders aus. Mehrmals haben die Schafzüchter schon versucht, Hundebesitzer auf das Problem aufmerksam zu machen, verändert hat sich aber nichts. „Vielleicht ist es auch einfach Unwissenheit“, meint Elisabeth Stölzle.
Das Dettinger Ehepaar appelliert daher an Hundehalter, sich rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst zu verhalten, da das Verhalten ihrer Hunde für die Schafe tödlich enden kann.
