Thermalbad Beuren hat eine neue, 110 Quadratmeter große Dachterrasse
Schöne Aussichten

In der Panoramatherme Beuren sind die Arbeiten am Neubau abgeschlossen. Die Betriebsleiter können nun bei Tageslicht arbeiten, im dritten Stock befindet sich eine neue Sauna und ganz oben thront eine 110 Quadratmeter große Dachterrasse.

Beuren. Wer sich auf dem Panoramadeck einmal um die Achse dreht, sieht den Hohenneuffen mit der Burgruine, den Beurener Fels, den Engelberg, den Jusi und an klaren Tagen auch die Achalm und den Fernsehturm. Und „leider“, brummt einer beim Presserundgang, auch den Nürtinger Stadtteil Rossdorf mit seinen Hochhäusern.

Ab sofort hat der neue Saunabereich geöffnet. Am 2. Mai gibt es eine Neuerung: Von montags bis mittwochs ist er Frauen vorbehalten. Separate Räume für Frauen hatten die Gäste bei Umfragen und im Kummerkasten gewünscht, erläutert Beurens Bürgermeister und Kurdirektor Erich Hartmann. Und weil manche wieder vom Baden und Entspannen zurück sein müssen, wenn die Kinder von Schule oder Kindergarten kommen, wird ein weiterer Versuch gestartet: Montags öffnet die Therme statt um 11 bereits um 9 Uhr. Nach einem Jahr wird bilanziert, ob sich Frauentage und frühe Öffnung lohnen. Ein Trost für die Herren: Von Donnerstag bis Sonntag steht „der schönste Bereich im Bad“, wie Hartmann sagt, für den gemischten Betrieb zur Verfügung.

Der Saunabereich mit Lichthof ist 180 Quadratmeter groß. Hinter Glas prasselt ein Kaminfeuer, dahinter befindet sich ein Ruheraum. Ein Lichtervorhang soll noch in die Ecke kommen, sagt der Nürtinger Architekt Norbert Morgenthaler, der seit zehn Jahren für die Therme plant. Damit die eine Saunakabine für jeden die passende Temperatur liefert, wechselt in der Vario-Sauna innerhalb von zwei Stunden fünf Mal das Klima. Zu jeder geraden Stunde gibt es einen Aufguss bei 90 Grad. Beim Rundgang zeigt ein Display an der Tür, dass momentan noch 32 Minuten Saunarium-Klima herrschen wird. Das bedeutet 70 Grad bei 30 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Neuerungen für 4,5 Millionen Euro stecken in der Therme Beuren, die in den vergangenen elf Monaten eingebaut worden sind. Gut eine Million Euro davon übernimmt der Bund, der Zuschuss kommt aus dem Topf „nachhaltige Tourismus-Infrastruktur“, sagt Kurdirektor Hartmann. Denn neben dem Bau der neuen Räume – auch die Kurverwaltung ist inzwischen in den Anbau umgezogen – wurde kräftig in die energetische Sanierung investiert: Die neue Lüftung im Keller sorgt für eine 80-prozentige Wärmerückgewinnung und spart 40 000 Euro im Jahr.

Ebenfalls neu eingebaut wurde ein Blockheizkraftwerk. Das vermindert den Kohlendioxid-Ausstoß um 906 Tonnen im Jahr. Das entspricht einem Wert, den ein Auto nach 7,5 Millionen Kilometern ausgestoßen hat. Das Kraftwerk produziert im Jahr 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom, was einem Jahresverbrauch von 720 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Insgesamt dürfte die 1977 eingeweihte Therme 200 000 Euro Kosten sparen – bei einer Jahresrechnung von mehr als einer Million Euro. Nun hofft Hartmann, dass die Besucherzahlen wieder steigen. Üblicherweise sind es 650 000 im Jahr. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf 630 000 Gäste. Aber da war auch vor Weihnachten wegen der Umbauten zwei Wochen geschlossen.

Die nächsten Änderungen hat der Bürgermeister schon im Blick: Zuerst soll 2012 oder 2013 das Foyer neu gestaltet werden, die dunkle Holzdecke wird verschwinden. Für Wartende soll es auch einen Freibereich mit Sitzgelegenheiten geben. In einem weiteren Schritt wird dann der Gastronomiebereich vergrößert. Den Betrieb soll ein zertifizierter ­Biosphärenwirt übernehmen.