Kirchheim. Schnelle Rennboote, bedächtige Dampfer oder elegante Jachten bekommen die meisten Bewohner des Albvorlands nur im Urlaub zu Gesicht. Über Pfingsten jedoch hält der Schiffsverkehr Einzug auf den Kirchheimer Bürgerseen. Auch an diesem Pfingstwochenende gingen beim Graupner Schiffsmodell-Cup wieder Hunderte von Rennbooten und unterschiedlichen naturgetreuen Modellen an den Start.
Der Pfingstsonntag stand ganz im Zeichen der schnellen Flitzer. Über 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz gingen mit je zwei oder drei Rennbooten in verschiedenen Klassen an den Start. Am gestrigen Pfingsmontag ging es dann etwas beschaulicher und bunter zu. Der Untere See wurde zum Tummelplatz für die unterschiedlichsten vorbildgetreuen Schiffsmodelle. War am Sonntag vor allem die Geschwindigkeit ausschlaggebend, so ging es bei den Modellbooten tags darauf um möglichst realitätsnahe Optik und Funktionen. Dabei waren 60 Teilnehmer mit Jachten und Frachtern, Kreuzern und Dampfern, aber auch Rennbooten angereist.
„Jedes Jahr werden es ein paar mehr Teilnehmer“, freute sich Ernst Vees, Vorsitzender des Schiffsmodellsport-Clubs Stuttgart. Der Verein organisiert die Veranstaltung zusammen mit der Kirchheimer Modellbau-Firma Graupner. Ins Leben gerufen worden war der Modellboot-Cup vor sieben Jahren anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Firma Graupner. Mittlerweile hat sich der zweitägige Modell-Cup zur Traditionsveranstaltung gemausert, die stets zahlreiche Besucher anlockt.
So pilgerten bei sonnigem Sommerwetter am Sonntag und gemischter Witterung am gestrigen Montag zahlreiche Interessierte an die Bürgerseen, um einerseits die bunte Modellboot-Parade zu bewundern und andererseits einfach ein paar Stunden in schöner Umgebung zu verbringen. Mit leuchtenden Augen beobachteten Jung und Alt, wie Rennboote mit Hochgeschwindigkeit über den See peitschten oder bedächtige Kähne ihre Runden drehten. Am Sonntag wurden einige Besucher sogar Augenzeugen einer Havarie: Eines der Rennboote ging unter und blieb zunächst verschollen. Zwei Stunden später jedoch tauchte der Flitzer plötzlich wieder an der Oberfläche auf und ersparte dem bereits angeforderten Froschmann den Tauchgang.
Zum Mitmachen waren die Besucher am Montag aufgerufen, als es um die Kürung des „Publikumslieblings“ ging. Zum beliebtesten Schiff schaffte es die Rennjacht „Moonraker“, gefolgt von einem Rennboot und einem historischen Hafenschlepper. Auch die Jüngsten durften nicht nur schauen und staunen, sondern kamen selbst zum Zug: Sie konnten erste Versuche mit ferngesteuerten Modellbooten unternehmen, einen Slalom-Parcours damit bewältigen und sich so das „Kapitänspatent“ verdienen.
Am ihrem Stand zeigte die Firma Graupner fertig zusammengebaute Modelle, stellte Neuigkeiten vor und informierte Interessierte. Der Angelverein Kircheim und die Jägervereinigung sorgten an beiden Tagen für die Bewirtung am See.
