Kreis Esslingen. Schneebedeckte Straßen, umgestürzte Bäume und liegen gebliebene Fahrzeuge: Der Wintereinbruch hat auf der Alb und den Steigen für erhebliche Verkehrsprobleme gesorgt. Durch den starken Schneefall mussten mehrere Steigen im Kreis Esslingen gesperrt werden.
Bereits um 8 Uhr standen zwei 40-Tonner in der Beurener Steige quer, sodass sogar die Streudienste nicht mehr durchkamen, informiert die Polizei. Die Hochwang- und die Grabenstetter Steige mussten nach 9 Uhr ebenfalls gesperrt werden. Grund dafür war Schneebruch. Mehrere Bäume und Äste hielten dem Gewicht des Schnees nicht stand. Betroffen war auch ein Streifenwagen: Die Polizisten hatten ihren Mercedes Vito zum Sperren abgestellt, als ein Ast gegen die Front krachte und einen Schaden in Höhe von etwa 3 000 Euro anrichtete. Auch die Neuffener Steige musste kurzzeitig für den Verkehr gesperrt werden
Besonders prekär war die Lage an der Hochwangsteige: Dort hing ein Schulbus zwei Stunden lang in der Leitplanke. „Im Bus saßen etwa sieben Kinder. Der Busfahrer war fertig. Niemand hat ihm geholfen“, erzählt Rainer Baumann aus Unterlenningen, der mit seiner Frau von Hochwang her kommend unterwegs war. Kurzerhand entschlossen sich die beiden, dem Busfahrer und den Kindern in ihrer Not zu helfen. „Wir hatten sowieso Schneeschaufeln dabei und haben dann zusammen mit dem Busfahrer den Bus freigeschaufelt“, erzählt Rainer Baumann. Er kann es absolut nicht nachvollziehen, dass eine Polizeistreife unten an der Hochwangsteige stand und nichts unternahm.
„Ich kann mich nicht zerreißen“, entgegnete Volker Hofmann vom Lenninger Polizeiposten auf Nachfrage des Teckboten. Er räumte ein, dass die Polizei aufgrund des heftigen Wintereinbruchs überlastet war – schließlich habe sie gleich an mehreren Fronten kämpfen müssen. Dass der Schulbus auf der Steige festhing, habe er außerdem erst später erfahren, ergänzte Volker Hofmann.
Etwas entspannter ging es laut Polizei auf der Autobahn zu: Dort sorgten die Autobahnmeistereien von Kirchheim und Dornstadt dafür, dass die Fahrbahnen auf der A 8 von Aichelberg nach Ulm vom Schnee befreit waren. Nachdem der Schneefall nachgelassen hatte, kam es gegen 14 Uhr durch liegen gebliebene Fahrzeuge und kleinere Auffahrunfälle zu Behinderungen, teilte die Polizei mit. Über 20 Kilometer zäh fließender Verkehr war von Wendlingen bis nach Merklingen zu verzeichnen. Im Gegenverkehr am Albabstieg waren die Behinderungen nur geringfügig kürzer.
