Lesung im Rahmen der DOLE-Demenzkampagne
Schuhe im Kühlschrank

Helga Fix las aus ihrem Buch „. . . und langsam wird es dunkel – Alzheimer, Tagebuch einer Krankheit“ im Rahmen der ­DOLE-Demenzkampagne vor. Die Veranstaltung hatte den Titel „Schuhe im Kühlschrank – und es wird Nacht im Kopf“.

Erkenbrechtsweiler. Andrea Ruoff vom Verein Aktives Helfen Erkenbrechtsweiler-Hochwang konnte im Rahmen der DOLE-Demenzkam­pagne zahlreiche Besucher im Bürgerhaus in Erkenbrechtsweiler begrüßen. Referentin Helga Fix aus Birkenfeld bei Pforzheim hat über lange Jahre zunächst ihre an Alzheimer erkrankte Mutter und später auch parallel ihre ebenfalls demente Tante bis zu deren Tod zu Hause betreut und gepflegt. Ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen hat sie in einem sehr beeindruckenden Werk mit dem Titel „. . . und langsam wird es dunkel – Alzheimer, Tagebuch einer Krankheit“ von Beginn an notiert.

Ersichtlich wird eine ausgeprägte, positive Atmosphäre ihrer Familie und die vorbildliche Haltung der erkrankten Mutter und Tante gegenüber. Helga Fix verstand es, welche „Erfolgsfaktoren“ wichtig sind, um solche schwierigen Situationen zu meistern. Gute Beispiele dafür sind unter anderem ein starker Familienzusammenhalt, der viel Liebe und Verständnis beinhaltet, die außerordentlich positive Rolle des heranwachsenden Sohnes Raffael, der mit unendlichem Humor vieles leichter machte, der unermüdliche Wille zu kämpfen und Ansprüche durchzusetzen sowie eine besondere Kreativität, den Alltag und den Umgang mit den beiden Demenzkranken zu gestalten.

Das Buch ist auch die Geschichte zweier Schwestern mit großen Unterschieden in der Persönlichkeit einerseits und starken Bindungen andererseits. Gemeinsam mussten sie im Herbst des Lebens, für den sie beide noch so viele Pläne hatten, einen Weg gehen, der unaufhaltsam ins Dunkel führte. Helga Fix schildert den ganz normalen Alltag mit den Patientinnen, Höhen und Tiefen und immer wieder neue Erfahrungen mit der fortschreitenden Krankheit. Es macht den inneren Kampf der pflegenden Angehörigen deutlich, die Krankheit anzunehmen – Verzweiflung und Hoffnung, schließlich die Akzeptanz der Diagnose und immer wieder die klare Entscheidung, gemeinsam unter einem Dach zu leben, das Schicksal anzunehmen. Gerade in einer Zeit, in der pflegebedürftige Menschen oft nicht in den Alltag zu passen scheinen, will Helga Fix den Angehörigen Mut machen, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Ihr Buch soll Motivation sein, den Weg ins Dunkel lebenswert zu gestalten und mit Licht auszufüllen. pm