Berufs-Talkshow an der WRS Lenningen
„Schule – und dann?“

An der Karl-Erhard-Scheufelen-Werkrealschule in Lenningen fand die Talkshow „ Schule – und was kommt dann?“ statt. Zu Gast waren ehemalige Schüler, die den Siebtklässlern aus ihrem Berufsleben berichteten.

Lenningen. Die Talk-Veranstaltung hatten die Schüler im WAG-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit) organisiert, um sich näher mit dem Thema Berufswahl zu beschäftigen. Sie hatten eine Menge Fragen vorbereitet. So interessierte die Schüler zum Beispiel, wie es für die Ehemaligen ist, an ihre alte Schule zurückzukommen, wie viele Bewerbungen sie schreiben mussten, wie die Atmosphäre in ihrem Betrieb ist oder ob sie sich bei der Arbeit schon einmal verletzt haben.

Sejla Huskic und Jakob Bächle gelang es als Moderatoren, aus den Gäs­ten Tipps und Informationen „herauszukitzeln“. Jennifer Dietterich (Kauffrau im Einzelhandel), Felix Rommel (Bäckermeister), Timo Dieterich (Papiermacher) und Sven Arpino (Landschaftsgärtner) waren als ehemalige Schüler eingeladen, um aus ihrem Berufsleben zu berichten. Erstaunt waren die Siebtklässler, dass alle ehemaligen Schüler wieder gerne an die Schule zurückkamen und fast nur positive Erinnerungen an ihre Schulzeit hatten, obwohl sie keine Musterschüler waren. Die Gäste betonten das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern, das sich völlig vom unpersönlichen Berufsschulunterricht unterscheidet.

Felix machte während seiner Schulzeit mehrere Praktika in seinem Traumberuf Bäcker. Bevor er aber die Ausbildung beginnen konnte, musste er erst noch seinen Vater von diesem Berufswunsch überzeugen. Nachdem er in den Ferien zwei Wochen in der Bäckerei gearbeitet hatte und den Beruf immer noch ergreifen wollte, gab sein Vater sein „Ok“.

Sven probierte mehrere Berufe aus. Beim Praktikum als Koch hat er innerhalb einer Woche ein paar Kilo zugenommen, was ihn an diesem Berufswunsch zweifeln ließ. Letztendlich machte er eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner, die zwar sehr anstrengend ist, ihn aber auch körperlich fit hält. Mittlerweile arbeitet er als selbstständiger Landschaftsgärtner.

„Meinem Chef waren die Schulnoten nicht so wichtig. Für ihn sind die wichtigen Zahlen die Verkaufszahlen“, meinte Jennifer. Sie wollte eigentlich Bürokauffrau werden, macht jetzt aber eine Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel bei einem Modehaus in Kirchheim. Sie nahm ihre Bewerbung in die eigene Hand und übergab diese ihrem zukünftigen Chef persönlich. Sie findet, dass das Auftreten in ihrem und vielen anderen Berufen das allerwichtigste ist.

Timo musste zehn Bewerbungen schreiben, bevor er eine Zusage von der Firma Scheufelen bekam. Dort macht er eine Ausbildung zum Papiermacher. Zwar ist es an seinem Arbeitsplatz relativ laut, und er muss im Schichtbetrieb arbeiten, aber dennoch macht ihm seine Arbeit Spaß, und er hofft, nach der Ausbildung übernommen zu werden und dort bis zur Rente arbeiten zu können. Er fühlt sich in seinem Betrieb sehr wohl und berichtete von einer sehr guten Arbeitsatmosphäre.

Nach der Talkshow konnten die Siebtklässler in kleiner Runde Fragen stellen. Die Schüler fanden es klasse, dass die Ehemaligen extra wegen ihnen in die Schule zurück gekommen waren. Auch die ehrliche Art, über ihren Beruf zu sprechen, beeindruckte die Schüler. al/vm