Die Mitglieder des Kultur- und Schulausschusses besichtigten die Berufschulen im Landkreis
Schulen im Halbstundentakt

Bei einer Besichtigungsfahrt des Kultur- und Schulausschusses machten sich die Kreisräte ein Bild von den Profilen der Berufschulen im Kreis Esslingen. Auch die Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule und die Max-Eyth-Schule in Kirchheim standen auf dem Programm.

Kirchheim. Berufsschule, Berufseinstiegsjahr, Berufsfachschule, Berufskolleg, Technisches Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium – wer sich mit den Berufsschulen und ihren Ausbildungsgängen im Landkreis Esslingen auseinandersetzt, kann schon mal den Überblick verlieren. Deshalb kam es den Mitgliedern des Kultur- und Schulausschusses, obwohl nicht schulfremd, sicher nicht ganz ungelegen, dass die Kreisverwaltung zur Besichtigungsfahrt durch die Berufsschullandschaft geladen hatte. Nach Esslingen und Nürtingen standen die kaufmännische Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule und die gewerbliche Max-Eyth-Schule in Kirchheim auf dem Programm. Zum Abschluss besuchten die Kreisräte das Schullandheim Lichteneck.

Natürlich waren die Ausschussmitglieder nicht zum Spaß über sechs Stunden unterwegs, um sich im Halbstundentakt acht Schulen und ein Schullandheim anzusehen. „Wir wollen Ihnen eine Basis für die anstehende Schulentwicklungsplanung geben“, sagte Landrat Heinz Eininger. Im Juli entscheidet der Kreistag darüber, wie die Berufsschulstruktur im Landkreis angesichts sinkender Schülerzahlen künftig aussehen soll. Vorberatungen finden in zwei Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Kultur- und Schulausschuss statt. Im Vorfeld war in Kirchheim darüber spekuliert worden, ob der Landkreis die gewerbliche Max-Eyth-Schule aufgeben will (wir berichteten). Der Landrat hatte zugesagt, den Berufschulstandort Kirchheim auf jeden Fall erhalten zu wollen. Ob beide Schulen erhalten bleiben, ist allerdings noch offen.

Von Nervosität war bei Erich Zeh, Schulleiter der Max-Eyth-Schule, indes keine Spur. Er präsentierte stolz die Hallen, in denen die angehenden Land- und Baumaschinenmechaniker unterrichtet werden, sowie den nagelneuen 250 000 Euro teuren Fräsraum, der normalerweise von Fachschülern für Technik bevölkert wird. Marianne Erdrich-Sommer, die an diesem Tag in Doppelfunktion, nämlich als Schulleiterin der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule und als Mitglied des Kultur- und Schulausschusses präsent war, zeigte den Kreisräten die Übungsfirma, in der Berufskolleg-Schüler Abläufe in einem Unternehmen simulieren, sowie die Bibliothek, die sie als das „Herzstück“ der Schule bezeichnete. „In Zeiten, in denen von den Schülern immer mehr Eigenleistung verlangt wird, können wir uns eine Schule ohne Bibliothek nicht mehr vorstellen“, so Erdrich-Sommer.

Vom Sportplatz aus konnten die Ausschussmitglieder die bunte Fassade der Sporthalle nebst neuem Landkreis-Logo bestaunen, die der Kreis mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket energetisch saniert hat. 600 000 Euro hat die Maßnahme gekostet. Insgesamt hat der Landkreis 4,8 Millionen Euro in die beruflichen Schulen investiert. Drei Millionen stammten aus dem Konjunkturpaket, 1,8 Millionen musste der Landkreis selbst stemmen. Die Maßnahmen an den beruflichen Schulen sind alle abgeschlossen.