Kirchheim. In der warmen Jahreszeit mausern sich Spielplätze bei vielen Kindern und ihren Eltern zum beliebten Ausflugsziel. Was die Besucher mancherorts jedoch vorfinden, sorgt nicht unbedingt für gute Laune: Müll und Scherben, ungemähtes Gras, Unkraut im Sandkasten und gesperrte Geräte trüben das Spielvergnügen.
„Man fühlt sich einfach nicht wohl“, bringt es eine Mutter aus Kirchheim auf den Punkt.
Dass es mit den Spielplätzen in der Teckstadt nicht gerade zum Besten steht, weiß auch Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Was die Ausstattung angeht, soll sich das bald ändern: „Wir sind gerade dabei, eine Spielplatzkonzeption zu erarbeiten“, sagt die Rathauschefin. Zunächst einmal soll festgestellt werden, welche Spielplätze an welchen Stellen für welche Altersgruppen gebraucht werden. „Es gibt zum Beispiel Wohngebiete, in denen mittlerweile kaum noch Kinder leben“, weist Angelika Matt-Heidecker darauf hin, dass sich der Bedarf mit der Gesellschaftsstruktur gewandelt habe. Voraussichtlich noch vor den Sommerferien werde das Thema in den Gemeinderat kommen.
In Sachen Sicherheit lässt Jürgen Völker, stellvertretender Leiter des Amts für Grünflächen und Tiefbau, schon jetzt nichts auf die Kirchheimer Spielstätten kommen. „Wir kontrollieren in sehr engen Intervallen“, betont er. Das Baubetriebsamt der Stadt habe wöchentlich, bei sehr stark frequentierten Plätzen sogar täglich ein Auge auf den Zustand der Anlagen. Einmal jährlich werden die Spielstätten von einem Sachverständigten begutachtet. So fiel wohl eine Rutsche auf dem kleinen Quartiersspielplatz in der Sudetenstraße durch. Seit Wochen ist ein Schild „Spielgerät gesperrt“ ans Holz genagelt, was einige kleine Besucher – ob sie lesen können oder nicht – allerdings nicht daran hindert, die Rutsche trotzdem zu benutzen. „Da haben die Eltern einfach eine Aufsichtspflicht“, betont Jürgen Völker.
Die Pflege der Spielplätze hat die Stadt Kirchheim an eine private Firma vergeben. Die ist beispielsweise dafür zuständig, die Sandkästen zu reinigen und die Wiesen zu mähen. Dass noch Mitte Mai in manchen Sandkästen das Unkraut wuchert und Gras und Brennesseln vielerorts bis über die Kinderwaden reichen, dafür hat Jürgen Völker eine mögliche Erklärung. „Die Mitarbeiter der Firma sind unterwegs“, versichert er. Aber bei rund 50 Spielplätzen dauere es eben seine Zeit, bis alle Plätze dran gewesen seien. In jedem Fall wolle er Kontakt zu der zuständigen Firma aufnehmen und die Missstände ansprechen.
Ein anderes Problem – das wohl am schwersten auszuräumen ist – offenbart sich etwa auf dem Spielplatz Karlsbader Straße: Häufig ist die großzügige Anlage mit Müll übersät, auch Scherben müssen Eltern immer wieder wegräumen, bevor sie ihre Kinder unbesorgt spielen lassen können. „Das große Problem ist, dass wir eine Gesellschaft haben, die ihren Müll überall liegen lässt“, bedauert Angelika Matt-Heidecker. Ganz wichtig ist ihr in dem Zusammenhang, dass Benutzer den Mitarbeitern der Stadt sofort mitteilen, wenn auf einem Spielplatz Müll oder gar Scherben liegen.
All diese Faktoren will die Stadt auch bei der künftigen Neugestaltung der Spielplätze berücksichtigen. Ein Erfolg sei beispielsweise der neu gestaltete Spielplatz Auf dem Berg in Ötlingen, so die Stadtchefin. „Da hat man auch Büsche und Bäume gerodet“, sagt Angelika Matt-Heidecker. Je besser eine Anlage einsehbar sei, desto besser funktioniere auch die Sozialkontrolle. In puncto Kontrolle wolle die Stadt künftig auch verstärkt Nachtwanderer einsetzen, die im gesamten Stadtgebiet – und eben auch auf Spielplätzen – auf Gruppen Jugendlicher zugehen, die sich zu alkoholträchtigen Partys treffen.
Info
Unter der Nummer 0 70 21/50 21 62 hat die Stadt Kirchheim ein Scherbentelefon eingerichtet.
