Lokales
StadtgesprächKommentar

Wo auch immer man in Kirchheim hinkommt – Albert Kahle ist schon da. Seine Unterschriften-Listen liegen in Gasthäusern, Läden und Tankstellen, „sein“ Thema beherrscht private und öffentliche Feiern ebenso wie das Gespräch nach dem Kirchgang oder beim Hund ausführen: Der Große Kreisverkehr um den Alleenring ist Stadtgespräch.

Ob der Einbahnverkehr je kommt, ist offen. Selbst ob die Zahl echter Unterschriften reicht, vermag wohl derzeit nur Kahle selbst abzuschätzen. Sicher ist: Er und seine Mitstreiter leisten beachtliche Arbeit. Mit Engagement und Eloquenz informieren sie unermüdlich über einen möglichen Einbahnverkehr und sind damit präsenter als es die Verwaltung je war. Dass sie dabei Pferdefüße wie die möglicherweise doch höheren Kosten für einen Probelauf unberücksichtigt lassen, ist logisch.

Das Problem der Gegenseite besteht darin, zum Abwarten verdammt zu sein. Würde die Verwaltung jetzt plötzlich aktiv, käme dies bereits der Anerkennung des Bürgerbegehrens gleich. Während die Zeit läuft, setzen sich aber neben harten Fakten auch Halbwahrheiten und Stimmungen in den Köpfen fest.

Für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker war ihre Wiederwahl 2011 ein Spaziergang. Jetzt steht sie vor einer richtig schweren Aufgabe, sofern sie mit dem bisherigen Kurs von Verwaltung und Ratsrund in Sachen Verkehrspolitik überzeugen will. Und überzeugende Argumente fordert der mündige Bürger heutzutage ein, selbst wenn es nicht zum Bürgerentscheid kommen sollte. Der Alleen-ring wird Stadtgespräch bleiben.

IRENE STRIFLER