Bisherige Wintersportsaison auf der Alb durchwachsen – Wichtiges Feriengeschäft fehlt
Stark begonnen, stark nachgelassen

Die Wintersportsaison auf der Schwäbischen Alb begann im Dezember grandios – doch das Tauwetter verhagelte den Skiliftbetreibern ihr wichtigstes Geschäft in den Weihnachtsferien. Ein erneuter Wintereinbruch ist laut den Meteorologen der Stuttgarter Wetter­station derzeit nicht in Sicht.

Region. Es war ein Bilderbuchwinter: Die tief verschneite Schwäbische Alb präsentierte sich in den ersten beiden Dezemberwochen des nun zu Ende gegangenen Jahres geradezu als Wintersportparadies – sehr zur Freude aller Skifahrer und Snowboarder sowie der Skiliftbetreiber in der Region. Doch dann setzte Regen ein, und das Tauwetter zerstörte die herrliche Winterpracht.

Für die Skiliftbetreiber heißt das: Das Geschäft in den Weihnachtsferien – also der wichtigsten Zeit der ganzen Saison, in der auch zahlreiche Skikurse hätten stattfinden sollen – fällt komplett ins Wasser. „Eigentlich sollte in den Weihnachtsferien die Piste voll sein“, bedauert Wolfgang Neidlinger vom Skilift Salzwinkel bei Zainingen. „Das ist sehr schade.“ Immerhin war der Zaininger Lift im Dezember an 14 Tagen in Betrieb, fügt Neidlinger hinzu. „Für Dezember ist das ordentlich, aber für die ganze Saison reicht das noch lange nicht aus.“ Um schwarze Zahlen zu schreiben, seien mindestens 30 Lifttage notwendig. „Deshalb hoffe ich, dass der Winter noch nicht vorbei ist“, sagt Neidlinger und setzt nun verstärkt auf die Faschingsferien.

„Das Geschäft in den Weihnachtsferien ist für uns das wichtigste. Das ist fast nicht mehr reinzuholen“, klagt Marianne Allgaier, die zusammen mit ihrem Mann Walter, Doris und Eberhard Weber sowie Peter Weber und Anni Leibinger den Skilift an der Pfulb bei Schopfloch betreibt. „Der Winter hat in dieser Saison stark angefangen und dann stark nachgelassen. Dass es auf Weihnachten nicht reicht, war fast klar.“ In den ersten beiden Dezemberwochen sei an der „Familien-Anlage“ bei Schopfloch gut ein halber Meter Schnee gelegen. „Das hatten wir selten. Es war gigantisch“, schwärmt Marianne Allgaier. An elf Tagen konnten Wintersportfans an der Pfulb ihrem Hobby frönen. „Wir geben jetzt aber noch nicht auf“, betont Marianne Allgaier und verweist vor allem auf die Faschingsferien. Allerdings weiß sie auch: „Die Begeisterung der Menschen für das Skifahren auf der Alb ist im Februar nicht mehr so groß wie im Dezember.“

Marianne Allgaier, die den Lift mit ihrer Familie seit über 30 Jahren betreibt, hat ganz allgemein aber auch festgestellt: „Der alpine Skisport auf der Schwäbischen Alb ist rückläufig.“ Früher hätten die meisten Kinder aus der Region ganz selbstverständlich das Skifahren gelernt, heute sei das im Hinblick auf die zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schon lange nicht mehr so. Hinzu komme, dass die Schulen ihre Skitage nicht mehr auf der Alb veranstalten, sondern gleich ins Allgäu fahren. „Aber wir wollen uns trotzdem nicht beklagen“, unterstreicht Marianne Allgaier. „Wir betreiben den Lift nach wie vor sehr gerne, und wir haben auch viele Stammkunden.“

Auch Michael Mall vom Skilift in Ochsenwang hat beobachtet, dass längst nicht mehr allen Kindern das Skifahren sozusagen in die Wiege gelegt wird. „Vor 15 Jahren sind die Kinder direkt nach der Schule zum Skifahren auf die Alb gekommen. Das gibt es heute nicht mehr.“ Die Skiliftbetreiber bekämen dies außerhalb der Ferien werktags zu spüren – so wie es auch in den ersten beiden Dezemberwochen dieser Saison der Fall gewesen sei. „Der Schnee kam einfach zu bald“, konstatiert Mall, der seine Liftanlage an bislang nur vier Tagen in Betrieb nehmen konnte. Er hofft, dass in den nächsten Wochen „noch ein paar Tage“ hinzukommen. „Mit insgesamt 30 Tagen wären wir zufrieden“, fügt Mall hinzu.

„Wir brauchen jetzt einen guten Januar“, sagt auch Angela Gödrich vom Skilift in Donnstetten, der von 30. November an zweieinhalb Wochen fast durchgehend in Betrieb war. „Wir hatten richtig viel Schnee, der kompakt und satt war“, erinnert sich Angela Gödrich, die den Lift hauptberuflich betreibt. Dennoch fehlt auch ihr das Geschäft in der Hauptsaison. Derzeit würden auch die Schneekanonen keine Abhilfe schaffen. Denn dafür seien Minusgrade erforderlich. Einziger momentaner Lichtblick: Die Bobbahn beim Skilift in Donnstetten ist bei trockenem Wetter geöffnet.

Relativ zufrieden mit der bisherigen Saison ist indes Margarete Bek vom Skilift Halde in Westerheim. An sieben Tagen konnte man dort die Piste hinabsausen. „Und es war richtig viel los“, freut sich Margarete Bek. Das wechselhafte Wetter ist für sie nichts Neues. „Dieses Spiel kennen wir schon seit Jahren.“ Deshalb nütze es nichts zu jammern, fügt Margarete Bek hinzu. Sie kann übrigens nicht bestätigen, dass das Skifahren auf der Alb nicht mehr im Trend liegen soll: „Wenn es Schnee gibt, dann haben wir volles Haus.“

Das sieht auch Thomas Geiger vom Skilift am Bläsiberg in Wiesensteig so: „Bei uns nimmt die Zahl der Skifahrer nicht ab, sondern eher zu.“ Der Liftbetreiber führt das auf die lange und recht anspruchsvolle Piste im Helfensteinerstädtchen zurück. „Wer in Wiesensteig runterkommt, der schafft alle Pisten.“

Mit bislang acht Lifttagen ist Thomas Geiger einigermaßen zufrieden. Doch vor allem unter der Woche hätte mehr los sein können, fügt er hinzu. Die Hoffnung will er aber nicht aufgeben: „Der Winter ist noch lange nicht vorbei.“