Lokale Kultur

25 Jahre Garnier-Orgel

Die Kirchheimer Auferstehungsgemeinde feiert am Wochenende

Am Wochenende widmet sich die Kirchheimer Auferstehungsgemeinde mit unterschiedlichen Veranstaltungen ihrem besonderen Instrument: der Orgel.

Kirchheim. Am heutigen Freitagabend beschäftigt sich Bezirkskantor Ralf Sach in einem Vortrag, der um 19.30 Uhr beginnt, mit der Frage, wie die Orgel überhaupt in die Kirche kam, bevor am morgigen Samstag um 14.30 Uhr Anette Frey und Team zu einem „Kirchentreff für Kinder“ einladen, bei dem es natürlich auch um die Orgel gehen wird. Abends um 19.30 Uhr lassen Dr. Walter Kiedaisch, Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze und Bezirkskantor Ralf Sach dann in einer orgelmusikalischen Abendmusik die Orgel selbst zu Wort kommen.

Am Sonntag, 16. Oktober, um 10.30 Uhr beginnt ein Festgottesdienst, der von Pfarrer Willem-Gerrit Oberman und Bezirkskantor Ralf Sach gestaltet wird. Dabei tritt das Tomschi-Trio den Beweis an, dass auf der Kirchenorgel auch zeitgemäße Musik möglich ist.

Die Auferstehungsgemeinde hat es sich damals nicht leicht gemacht, als 1984 im Kirchengemeinderat der Beschluss über den Bau einer neuen Orgel fiel. In der eher eintönigen Orgelbaulandschaft Anfang der 80er-Jahre wollte man nicht nur klanglich, sondern auch im Punkt Design ein besonderes Ausrufezeichen setzen. Gemäß dem Motto des „Fördervereins Kirchenmusik“, jede neu gebaute Orgel in Kirchheim muss das bisher da gewesene übertreffen, luden Kirchenmusikdirektor Ernst Leuze und der Förderverein zu zwei Orgelfahrten in die Schweiz und ins Elsass ein, um Ideen zu entwickeln, wie die neue Auferstehungskirchenorgel gestaltet sein kann.

Heute ist die Orgel der Auferstehungskirche mit ihrem einzigartigen französischen Klanggewand und der den Kirchenraum prägenden Pros­pektgestaltung ein einzigartiges Ins­trument in Kirchheim und zeigt, dass der Vorschlag von Ernst Leuze und dem Förderverein Kirchenmusik, Orgelbauer Marc Garnier mit dem Bau der Orgel zu beauftragen, genau richtig war.

Dass die notwendigen finanziellen Mittel relativ schnell bereit standen, ist auch einem kirchengemeinde- und konfessionübergreifenden Engagement vieler Orgelbegeisterter zu verdanken, die unter Initiative des Fördervereins Benefizveranstaltun­gen wie etwa den großen Orgelmarkt im November 1985 organisierten. Bis heute ist die am 12. Oktober 1986 eingeweihte Garnier-Orgel in Fachkreisen ein fester Begriff, und Professor Konrad Klek, Universitätsmusikdirektor in Erlangen, antwortete auf die Frage, was er wohl auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde: „Meine Frau, eine Bibel und die Orgel der Auferstehungskirche“.pm

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