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Absagen, Anfragen, Aufregung: Wie andere Sportvereine in der Region auf das Coronavirus reagieren

Der TSV Ötlingen hat den für 22. März geplanten Festakt anlässlich seines 125-jährigen Bestehens im evangelischen Gemeindehaus abgesagt. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest. „Solange niemand weiß, wann die Lage sich entspannt, können wir den Festakt nicht neu ansetzen“, sagt die Vereinsvorsitzende Helga Spieth, die mit 120 Gästen gerechnet hatte. Ob die TSV-Hauptversammlung am 24. April stattfinden kann, bleibt offen. „Wenn sich die Lage verschärft, sagen wir ab“, betont Spieth. Den Abteilungen sei die Entscheidung über eigene Versammlungen freigestellt.

Beim VfL Kirchheim vermisst Fußballabteilungsleiter Marc Butenuth direkte Vorgaben von höheren Ebenen. „Solange der WFV den Spielbetrieb nicht stoppt, gehen wir davon aus, dass alle Pflichtspiele stattfinden“, sagt er. Heimrecht hat der VfL am Wochenende unter anderem bei den A- und C-Junioren. Butenuth empfiehlt den über 400 Mitgliedern, Hallenturniere, Elternabende oder ähnliche Veranstaltungen abzusagen. „Wir versuchen, mit kühlem Kopf, der nötigen Gelassenheit aber auch der gebotenen Vorsicht zu handeln“, sagt er.

Die Turnabteilung des VfL hat den Wettkampftag der Männer-Oberliga und Bezirksliga in der Raunersporthalle am kommenden Samstag sicherheitshalber abgesagt. Der Schwäbische Turnerbund (STB) hatte den Vereinen die Entscheidung darüber freigestellt. VfL-Geschäftsstellenleiterin und Trainerin Michaela Pohl verzichet aus Sorge um die Gesundheit ihrer Sportlerinnen außerdem auf die Teilnahme an den Baden Open am Samstag in Herbolzheim. „Nachdem das benachbarte Elsass zum Risikogebiet erklärt worden ist, wäre uns das zu heikel“, sagt sie.

Der SVL Kirchheim hat seine traditionelle Skiausfahrt zum Saisonabschluss ins italienische Livigno Anfang April gestrichen. „Das Hotel, in dem wir seit 15 Jahren zu Gast sind, hat seit Sonntag geschlossen. Der Betreiber hat uns unsere Anzahlung aber problemlos erstattet“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Bruno Panni. In einer heutigen Ausschusssitzung soll außerdem über die Oster-Freizeit im vereinseigenen Skihaus in Schopfloch beraten werden. „Wir tendieren aus Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern zu einer Absage“, so Panni.

Der TTV Dettingen ist am Samstag Gastgeber des Volleyballspiels der Regionalligafrauen gegen Mannheim. Nachdem der Verband (noch) keine flächendeckenden Absagen verkündet hat, geht TTV-Abteilungsleiterin Clarissa Preuß davon aus, „dass wir spielen“. Mögliche Geisterspiele hält sie vor dem Hintergrund des im Volleyball überschaubaren Zuschauerzuspruchs für sinnlos. Zumal dies die Ansteckungsgefahr für die Spieler nicht senken würde. „Beim Volleyball hat jeder den Ball mal in der Hand. Wenn jemand infiziert ist, bringen Geisterspiele nichts.“ Peter Eidemüller

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