Gemeinderatswahl 2019

Auf mancher Liste ist noch Luft

Kommunalwahl Die beiden Gruppierungen des Lenninger Gemeinderats, die Bürgerliche Wählervereinigung, und die Lenninger Grüne Alternative Liste/Unabhängige Bürger Lenningen, brauchen neue Köpfe. Von Anke Kirsammer

Die Zukunft der Oberlenninger Ortsmitte ist ein Thema, mit dem sich das neue Ratsgremium, das am 26. Mai gewählt wird, zu beschä
Die Zukunft der Oberlenninger Ortsmitte ist ein Thema, mit dem sich das neue Ratsgremium, das am 26. Mai gewählt wird, zu beschäftigen hat. Foto: Carsten Riedl

Aus dem Lenninger Ratsrund werden manche Gesichter verschwinden, die seit mehreren Legislaturperioden die Debatten im Rund bereicherten: 25 Jahre war Wolfgang Tröscher dabei. Der 71-Jährige, der seit fast zwei Jahrzehnten die Haushaltsrede für die Bürgerliche Wählervereinigung (BWV) gehalten hat, und zurzeit das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters bekleidet, will nun Jüngere ranlassen. „Irgendwann ist der jugendliche Schwung weg“, so sein Argument. Auch der Hochwanger Hanspeter Eistetter und Achim Wörner aus Gutenberg sowie die beiden Oberlenninger Jürgen Rau und Silvia Weber treten nicht mehr an.

Überwiegend durch persönliche Gespräche haben Wolfgang Tröscher und seine BWV-Mitstreiter neue Kandidaten an Land gezogen. „Besonders wichtig war uns, dass wir Frauen-Power reinbekommen.“ Jetzt stehen sechs Frauen auf der Liste - eine stolze Zahl, findet Wolfgang Tröscher.

Wichtig war es der Gruppierung, insbesondere die Listen für die Hauptorte Ober- und Unterlenningen vollzubekommen. Mit fünf beziehungsweise vier Kandidaten ist das der BWV gelungen. Auch in Brucken, Gutenberg und Schopfloch kann die Gruppierung die drei Listenplätze besetzen. In Hochwang gibt es hingegen noch Luft für einen Bewerber, in Schlattstall hat sich bislang noch gar niemand gefunden, der für die BWV kandidiert. Früher hätten es die Bürger als Ehre empfunden, wenn man sie aufgefordert habe, sich zu bewerben. „Heute sagen viele, sie haben keine Zeit, oder sie verweisen darauf, dass sie kleine Kinder haben“, sagt Wolfgang Tröscher. Dieses Mal und bei der letzten Wahl sei es eher mühsam gewesen, genügend Leute aufzutun. Sein persönliches Fazit nach einem Vierteljahrhundert? „Die Arbeit im Gemeinderat macht Spaß. Sonst hätte ich es auch nicht so lange gemacht“, betont der Unterlenninger. Mitglied des Entscheidungsgremiums der Kommune zu sein, erweitere den Horizont, und man könne Beschlüsse besser nachvollziehen.

Auch der Kopf der Lenninger Grün Alternativen Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL), Georg Zwingmann, zieht ein positives Resümee: „Ich habe viel bewegt“, sagt der 64-jährige Sozialarbeiter nach 20 Jahren Gemeinderatszugehörigkeit. Sozialpolitik war Niemandsland, als er ins Gremium kam. Jetzt sei ein Kindergartenneubau wie der in Brucken eine Selbstverständlichkeit. An den Beginn seines Ruhestands knüpft Georg Zwingmann den Entschluss, sich zum Ende der Legislatur aus dem Gemeinderat und dem Kreistag zu verabschieden. „Ich mache einen kompletten Schnitt“, kündigt der Grüne an. Ich möchte wissen, wie mein Leben aussieht, wenn es nicht fremdbestimmt ist.“ Dennoch ist es ihm ein Anliegen, seine Gremiumsarbeit gut zu beenden. Deshalb hat er zahlreiche Bürger angesprochen, von denen er sich eine Mitarbeit im Gemeinderat vorstellen kann. „Die Zeit ist nicht so, dass die Leute sagen, ich möchte mich engagieren“, so Georg Zwingmann. Trotzdem klingelten einzelne Interessenten sogar an der Haustür des Bruckeners. Und mit elf Bewerbern ist die Liste von LEGAL/UBL so üppig besetzt wie noch nie. Darunter sind drei Frauen.

Besonders freut sich Georg Zwingmann auch darüber, dass zwei ganz junge Leute mit von der Partie sind. In Unterlenningen ist die Liste mit vier Kandidaten voll, auf den Listen für Oberlenningen, Brucken und Schopfloch stehen voraussichtlich jeweils zwei Namen auf dem Zettel, und in Schlattstall kandidiert erneut Dr. Ulrich Jaudas. Wie Christine Sayler-Keim möchte er sich weiterhin im Ratsrund einbringen. Bis zur Nominierungsversammlung am 28. Februar könnte noch der ein oder andere Kandidat dazukommen. Luft gibt es vor allem in Hochwang und Gutenberg. In beiden Orten hat sich bisher kein Bewerber gefunden.

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