Junge Zeitung

Auf zum Meer

Ferientipps: Was man mit dem Schüler-Ferien-Ticket der Bahn erleben kann

Mal eben ans Schwäbische Meer: Das Schüler-Ferien-Ticket macht‘s möglich.Foto: dpa
Mal eben ans Schwäbische Meer: Das Schüler-Ferien-Ticket macht‘s möglich.Foto: dpa

Lust auf ein bisschen Meer? Doch doch, das gibt es in Baden-Württemberg. Das schwäbische Meer, auch bekannt unter dem kaum häufiger gebrauchten Namen „Bodensee“, kann an sommerlich heißen Tagen durchaus etwas mediterranes Feeling ins Ländle bringen. Wer der Baggersee-Idylle der Bürgerseen überdrüssig ist oder befürchtet, wegen einer Vollsperrung zwischen Kirchheim und Nürtingen gar nicht erst hinzukommen, findet zwischen Friedrichshafen und Konstanz ganze 86 Kilometer Seeufer vor, malerisches Alpenpanorama inklusive. Neben dem Badespaß bieten etliche Bootsverleihe auch das Vergnügen, den See fröhlich schippernd zu erkunden. Ein Geheimtipp ist das natürlich nicht, an heißen Tagen kann es auf „hoher See“ tatsächlich zu Platzkämpfen und Zusammenstößen kommen. Nicht mit den unzähligen Großfamilien, die sich auf mehrere Tretboote aufteilen, die sind friedlich. Eher mit den Männerstammtischen auf See, die die Insel Mainau mit dem Ballermann verwechseln. Wer am Bodensee nach kultureller Anregung sucht, wird im Zeppelinmuseum in Friedrichshafen fündig. Luftschiffe sind dort übrigens nichts Besonderes. Nur Touristen recken alle zehn Minuten die Hälse und machen wie verrückt Fotos, wenn sich wieder ein schwebender Koloss vor die Sonne schiebt – und geben sich den grinsenden „Einheimischen“ so ganz leicht zu erkennen.

Schwaben mit Herz und Seele müssen jetzt ganz stark sein: Auch die bösen „Gelbfüßler“ wohnen in schönen Städten. Diese sind es allein schon wert, einmal seinen schwäbischen Patriotismus über Bord zu werfen und die eigentlich gar nicht existierende Grenze nach Baden zu überschreiten. Karlsruhe ist immer ein schönes Ziel für einen solchen Abstecher. Vor der bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt, dem Schloss, kann man sich fast ein bisschen wie in Stuttgart fühlen. Natürlich nur fast. In der Fächerstadt – in Anlehnung an den fächerförmig angelegten Stadtkern – gibt es sogar eine Pyramide mitten auf dem Marktplatz zu bestaunen. Zugegeben, sehr viel mehr Besonderes sieht man in Karlsruhe erstmal nicht. Dafür eignet sich die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs hervorragend für ausgedehnte Shopping-Touren. Wer dann mit einer riesigen Primark-Tüte im Gepäck zurück ins unvergleichliche Württemberg fährt, ist damit auch bei Weitem nicht allein. Aber bei allen Unternehmungen in der Karlsruher Innenstadt gilt: Vorsicht vor der Straßenbahn, deren Schienen ziemlich unverschämt mitten durch die Fußgängerzonen verlaufen.

Kaum eine Stadt in Deutschland, und sicher keine zweite in Baden-Württemberg, ist bei ausländischen Touristen so beliebt wie Heidelberg. Und das ist mehr als verständlich. In die pittoreske Universitätsstadt am Neckar kann man sich wahrlich sofort verlieben. Ein Spaziergang zum berühmten Heidelberger Schloss oder auf dem „Philosophenweg“ am Rande der Altstadt bietet etwas fürs Auge und besonders im Sommer Entspannung abseits der Großstadthektik. Die Einwohner, besonders die vielen in Heidelberg ansässigen Studenten, tummeln sich in den zahlreichen gemütlichen Straßencafés und auf der schönen Neckarwiese direkt am Fluss. Doch stille Wasser sind bekanntlich tief. Nach Sonnenuntergang lässt das studentisch geprägte Nachtleben die Stadt pulsieren. In günstigen Kneipen an praktisch jeder Ecke lassen sich bier- und weinselige (Baden lässt wieder einmal grüßen) Abende verbringen. „Party hard“ unter ganz vielen Studenten ist im Club „Nachtschicht“ angesagt. Auch die für Unistädte typische Kino- und Theaterkultur hat sich in Heidelberg etabliert. Dort ist also wirklich Unterhaltung für jeden Geschmack geboten.

Wer es etwas ländlicher mag, wird im Schwarzwald auf seine Kosten kommen. Egal ob Nord- oder Südschwarzwald, die bergige Landschaft des äußersten Südwestens der Bundesrepublik bietet sowohl Sportlern als auch Freizeitwanderern eine ideale Umgebung. Wenn im Sommer die Skilifte stillstehen, findet man auch überall schöne Plätze zum Ausruhen und um das Panorama zu genießen. Auch an schönen Badeseen mangelt es im Schwarzwald nicht. Wer schon dort „unten“ ist, sollte auch gleich noch einen Abstecher in die urbaneren Flecken des Schwarzwaldes machen. Im Nordschwarzwald ist dafür Freudenstadt, im Südschwarzwald Freiburg die erste Adresse.

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