Coronavirus

Basketballer haken die Saison ab

Coronakrise Die zweite Liga folgt dem Beispiel Eishockey: Keine weiteren Spiele und keine Play-offs. Chemnitz und Bremerhaven dürfen aufsteigen. Von Bernd Köble

Das Spiel ist aus. Für viele Basketball-Klubs in der zweiten Liga dürfte das jähe Ende dieser Saison jedoch ein Nachspiel haben.
Das Spiel ist aus. Für viele Basketball-Klubs in der zweiten Liga dürfte das jähe Ende dieser Saison jedoch ein Nachspiel haben.Foto: Tanja Spindler

Die 2. Basketball-Bundesliga zieht einen Schlussstrich unter die Saison. Das momentane Tabellenbild ist gleichzeitig der Endstand einer Spielzeit, die in die Geschichte eingehen wird. Die beiden führenden Teams aus Chemnitz und Bremerhaven bekommen das Aufstiegsrecht in die erste Liga zugesprochen, die beiden Erstplatzierten der Nord- und Südgruppe in der Pro B, die Eagles aus Itzehoe und die Baskets aus Elchingen, rücken von unten nach. Einen Pro-A-Absteiger wird es nicht geben. Sowohl Schalke als auch Schlusslicht Ehingen bleiben drin. Die Knights aus Kirchheim beenden die Saison als Tabellenelfter.

Die ganz große Überraschung ist es nicht, was die 41 Klubvertreter bei ihrer Tagung am Montag in Frankfurt beschlossen haben und was seit gestern nun offiziell ist. „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, und wir müssen dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen“, sagt Zweitliga-Geschäftsführer Christian Krings. Damit folgen die Basketballer dem Beispiel im Eishockey, wo diese Entscheidung schon vor einer Woche fiel. Ein Teil der Delegierten war in Frankfurt per Videokonferenz zugeschaltet.

Einer, der mit am Tisch saß, ist Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Er und sein Kollege aus Jena stimmten als einzige gegen den Beschlussvorschlag. Die Thüringer aus eigenem Interesse (siehe Info), Schmidt obwohl er sagt: „Der jetzige Schritt ist grundsätzlich der richtige.“ Die Tatsache, dass die Pro A in der neuen Saison mit 19, möglicherweise sogar mit 20 Teams starten wird, sollten nicht beide Aufstiegskandidaten aufsteigen können, lässt für ihn Fragen offen. „Diesen Punkt hätte ich gerne noch ausführlicher diskutiert“, sagt er.

Gemessen an anderen Sportarten fiel die Entscheidung zügig. Für andere allerdings kam sie zu spät. Auf zahlreiche US-Spieler wartet nach ihrer Einreise in die Heimat nun eine 14-tägige Quarantäne. Dies gilt seit Freitag­nacht. Die Academics aus Heidelberg hatten ihre Importspieler deshalb schon Ende der Woche heimgeschickt und waren damit ein hohes Risiko eingegangen. Für Kirchheims Amerikaner ging wie für viele andere gestern der Flug in die Heimat. Wie es nun weitergeht, steht in den Sternen. „Viele Klubs wird die Krise wirtschaftlich hart treffen“, sagt Schmidt. Er selbst hat sämtliche Vertragsverhandlungen mit Spielern auf Eis gelegt, obwohl man in wichtigen Bereichen schon weit war, wie er sagt. „Ich kann keine Angebote machen, ohne zu wissen, ob ich sie bezahlen kann.“ Mehr als vage Vorgespräche sind auch mit Geldgebern nicht möglich. Es gibt kaum einen Sponsor, der zurzeit klare Zusagen macht. Die Liga hat darauf schon reagiert: Zum Stichtag am 15. April müssen Lizenzunterlagen nur in reduziertem Umfang eingereicht werden.

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