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Beherbungsverbot außer Kraft, Gäste kommen trotzdem nicht

Was Hotel-Chefin Melanie Kübler-Strobel vom Ateckhotel in Kirchheim ärgert, ist derzeit die Politik. Zwar hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg am 15. Oktober das Beherbergungsverbot wegen Unverhältnismäßigkeit außer Vollzug gesetzt. Aber der Schaden ist angerichtet: Die Verunsicherung ist groß. Das liegt auch an den Firmen. „Die Leute würden kommen, aber die Unternehmen wollen kein Risiko eingehen und schicken niemanden mehr“, sagt sie. Das Ateckhotel lebt vor allem von Geschäftsreisenden, Konferenzen und Messebesuchern. „Wann wieder Messen stattfinden, weiß niemand“, fürchtet sie.

Eine Kettenreaktion erkennt Melanie Kübler-Strobel auch bei allen Branchen, die mit den Hotels zusammenarbeiten. „Bei uns fragt jede Woche die Wäscherei an, aber ich habe so gut wie nichts“, sagt sie.

Die Fixierung auf die reinen Infektionszahlen hält sie für problematisch. „Man muss doch schauen, wo die Infektionsherde sind“, sagt sie. In ihrem Hotel sorgt sie für Abstand, hat an der Rezeption Plexiglasscheiben, überall gelten Abstandsregeln. „Sie begegnen ohnehin kaum jemandem“, meint sie. Von ihrem normalen Umsatz macht sie momentan nur 10 bis 15 Prozent: „Man könnte den Laden eigentlich zumachen.“ Das Problem ihrer Branche sei, dass die jetzt verlorenen Umsätze nicht nachgeholt werden können wie in der Autoindustire. „Die sind weg.“ zap

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