Kirchheim

Bei Blumen blüht sie einfach auf

Betriebsjubiläum Irene Kieser arbeitet seit 50 Jahren bei „Blumen und Gärten Gerber“. Am Sonntag feiert die Floristin auf der Gartenschau. Von Katharina Daiss

Irene Kieser machte ihre Passion zum Beruf: Bereits als junges Mädchen liebte sie es, Sträuße zu binden.Foto: Jean-Luc Jacques
Irene Kieser machte ihre Passion zum Beruf: Bereits als junges Mädchen liebte sie es, Sträuße zu binden.Foto: Jean-Luc Jacques

Eigentlich sollte Irene Kieser am 1. September 50 Blumen geschenkt bekommen. Denn an diesem Sonntag wird sie ihr Jubiläum feiern: Ein halbes Jahrhundert arbeitet die Notzingerin schon bei „Blumen und Gärten Gerber“. „Florist ist ein toller Beruf. Es macht mir noch immer viel Spaß hier“, resümiert die Jubilarin. Floristin wollte sie schon immer werden, das war klar. Schon früh hat sie begonnen, ihre Leidenschaft auszuleben: Bereits ihr eigenes Konfirmandensträußchen band sie sich selbst.

Ein Jahr später begann sie, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Über eine italienische Nachbarin kam sie zu „Blumen und Gärten Gerber“, denn die Nachbarin arbeitete im Haushalt der Gerbers. „Über sie bin ich dann in den Laden gekommen“, erzählt die Floristin. Als sie mit ihrer Ausbildung begann, hieß der Beruf noch „Blumenbinderin“. Nach ihrer Ausbildung leitete sie für viele Jahre die Filiale am Waldfriedhof. „Da bin ich jeden Tag aus Notzingen hergeradelt“, erinnert sie sich.

Noch bis vor einem Jahr hat Irene Kieser Vollzeit gearbeitet. Acht Stunden täglich hat sie Sträuße gebunden, Gefäße bepflanzt und Kunden beraten. Doch die Knochen machen das lange Stehen nun nicht mehr mit. Darum arbeitet sie seit letztem Jahr in Teilzeit. Auch wenn sie jetzt weniger Zeit im Laden verbringt, sorgt sie sich nicht nur um ihre Lieblinge, die Blumen, sondern auch liebevoll um das Wohl ihrer Kollegen: „Mindestens jeden zweiten Tag versorgt sie uns alle mit Imbiss und Süßem“, freut sich David Gerber. Und zum alten Eisen gehört die Floristin noch lange nicht: „Die Kasse schmeißt sie besser als so manch Jüngerer“, lacht ihr Chef und schaut stolz zu Irene Kieser.

Ihre lange Zeit bei „Blumen Gerber“ wird am Sonntag gefeiert. „Nur die Betriebsleitung und unsere treue Seele“, erzählt David Gerber. Sie werden zusammen auf die Gartenschau in Kernen im Remstal fahren.

 

 

In einem halben Jahrhundert wanderten viele Blumen durch die Hände der Floristin. Unverändert werden gerne Blumen gekauft, doch auch das Blumengeschäft unterliegt dem Wandel des Geschmacks: Früher waren vor allem lange Sträuße sehr begehrt. Heute kauft die Kundschaft lieber kürzere Sträuße, die kompakter gestaltet sind. Zudem sind die Kunden zögerlicher geworden. „Früher, da sind die Leute einfach reingekommen, haben etwas Schönes gesehen und das dann gekauft“, berichtet die Jubilarin und vergleicht: „Heute informieren sich die Kunden erstmal. Dann lassen sie sich ein Angebot machen, daraufhin überlegen sie nochmals. . ., und am Ende kaufen sie vielleicht etwas oder auch nicht.“

Die wählerischen Kunden haben heutzutage einfach eine größer Auswahl. Früher waren vor allem Chrysanthemen und Nelken beliebt. Heute sind die Kunden aufgeschlossener, und die Vielfalt ist größer. „Das liegt auch daran, dass die Welt offener geworden ist. Es gibt einfach eine größere Auswahl“, bestätigt David Gerber.

Sträuße und Topfpflanzen werden noch immer gerne verschenkt. Vor allem zu Geburtstagen und Hochzeiten sind sie begehrter denn je. Dagegen ging der Verkauf an Pflanzen für Friedhöfe zurück.

Blumen waren und sind weiterhin ein Geschenk für besondere Anlässe. „Sie zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Sie sind fröhlich und freundlich“, strahlt Irene Kieser, während sie ganz nebenbei einen Strauß bindet - das macht sie bis heute am liebsten.

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