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Aus den Vereinen

Blick in 70 Jahre Drehleiter-Geschichte

Saisonstart im Feuerwehrmuseum Kirchheim mit Sammel- und Tauschbörse sowie Tag der offenen Tür

Die neue Saison des Feuerwehrmuseums Kirchheim eröffnete mit einer Feuerwehrsammel- und Tauschbörse sowie einem Tag der offenen Tür. Dabei erhielten die Besucher Einblicke in die Entwicklung der Drehleiter.

70 Jahre Drehleitergeschichte am Steigerturm: Von der Daimler Benz Drehleiter LDL¿17 mit Baujahr 1941 (ganz links) bis zur hochm
70 Jahre Drehleitergeschichte am Steigerturm: Von der Daimler Benz Drehleiter LDL¿17 mit Baujahr 1941 (ganz links) bis zur hochmodernen DLA¿(K)¿23-12 (ganz rechts) erhielten die Besucher interessante Einblicke in die Feuerwehrgeschichte.Foto: pr

Kirchheim. Bei der Feuerwehrsammel- und Tauschbörse kamen die Aussteller und Sammler von Feuerwehrhelmen und Uniformen, Gerätschaften, Abzeichen und der Feuerwehrliteratur aus ganz Deutschland, von Gütersloh bis Rosenheim, angereist. Es war bereits die zweite Börse dieser Art im Feuerwehrmuseum, nachdem die erste für die Aussteller ein großer Erfolg gewesen war. Aber auch Besucher und Interessenten hatten teilweise eine Anreise von mehreren Hundert Kilometern nach Kirchheim zurückgelegt, um hier ihre Sammelgegenstände zu tauschen oder zu ergänzen.

Beim Tag der offenen Tür präsentierte der Verein der Freunde und Förderer der historischen Feuerwehrtechnik (VFH) zusammen mit den Mitgliedern der Feuerwehrabteilungen Kirchheim Stadtmitte, Jesingen und Ötlingen die technische Entwicklung der Drehleitern. Am Steigerturm der Feuerwache Kirchheim zeigten die Besatzungen Feuerwehrdrehleitern aus einem Zeitraum von 70 Jahren.

Den Anfang machte die Daimler Benz Drehleiter LDL 17, Baujahr 1941, die ehemals von der Wendlinger Baumwollspinnerei Heinrich Otto und Söhne für die Werksfeuerwehr beschafft wurde. Diese vom VFH restaurierte Leiter hat, wie alle im Zeitraum von 1938 bis 1945 produzierten Feuerwehrfahrzeuge, eine grüne Lackierung, da sie der Feuerlöschpolizei zugeordnet war. Das Fahrzeug verfügt über einen Leiteraufbau vom Hersteller Magirus in Ulm mit einem dreiteiligen manuellen Aufrichtbetrieb und hat eine Länge von 17 Metern. Die Zuschauer erkannten den betriebenen körperlichen Aufwand der in historischer Uniform gekleideten Mannschaft, um diese Leiter in Position zu bringen, und bedankten sich dafür mit Beifall.

Als nächstes fuhr die Magirus Drehleiter DL 25 an den Steigerturm, die bis 2002 in der Abteilung Jesingen im Einsatz gewesen war. VFH-Vorsitzender Helmut Eiting erläuterte den Zuschauern, dass bis zur Beschaffung dieser hydraulisch betriebenen Drehleiter im Jahr 1961 die Feuerwehr Kirchheim eine alte Holzdrehleiter auf einem Magirus-Lkw-Fahrgestell eingesetzt hatte.

Anschließend zeigten die Ötlinger Feuerwehrleute die im Jahre 1969 beschaffte Mercedes-Benz Drehleiter DL 18 mit dem Aufbau der Firma Bachert. Von dieser Drehleiter kamen nur drei Exemplare in dieser Ausführung zur Auslieferung. Der Bachert-Leiteraufbau aus Stahl ist ebenfalls als dreiteilig manueller Aufrichtbetrieb konzipiert und hat eine Länge von 18 Metern. Diese Drehleiter war in der Abteilung Ötlingen stationiert und hat sich dank ihrer Wendigkeit und einfachen Bedienbarkeit bei ihren Einsätzen in der Kirchheimer Altstadt vor allem in den engen Straßen bestens bewährt.

Mit der vierten Drehleiter, der DLA (K) 23-12, wurde den Zuschauern die neueste Leitertechnik mit Computersteuerung, Gelenkteil und Rettungskorb der Feuerwehr Kirchheim präsentiert. Ausgestattet mit einem Rettungskorb mit 400 Kilogramm Traglast zeigt diese den heutigen Schwerpunkt der Drehleiter zur Menschenrettung, wobei sie auch für technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung gut ausgestattet ist. Die Feuerwehrleute demonstrierten die heutige Einsatzmöglichkeit mit einer Menschenrettung am Steigerturm.

Im Feuerwehrmuseum werden Besucher mit „Brandgeschichten“ an spektakuläre Brände von 1840 bis 1940 erinnert. Die von Klaus Hirtreiter neu erstellte Dokumentation zeigt diese anhand von Berichten des Teckboten auf. Neben der Beschreibung der Gebäudebrände und Maßnahmen der Feuerwehr, sind die heutigen Gebäude als Foto beigefügt. Die Dokumentation wird im Rahmen des 325. Jahrestags des großen Kirchheimer Stadtbrandes von 1690 ganzjährig im Feuerwehrmuseum präsentiert.

Das Feuerwehrmuseum in der Henriettenstraße 84 ist neben der Feuerwache jeden Mittwoch und Samstag jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.he

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