Lokale Wirtschaft

Botschafter für den Umweltschutz

Neun Unternehmen werden für ihr Engagement ausgezeichnet – Ökoprofit als Erfolgsmodell

Die Bemühungen, die Wirtschaft als Partner für den Umwelt- und Klimaschutz zu gewinnen, zeitigen in der Stadt Esslingen und im Landkreis weitere Fortschritte. Neueste Erfolgsmeldung: Weil sie seit einem Jahr aktiv das Anliegen unterstützen, Energie, Abfall und Wasser zu sparen, dürfen sich neun Unternehmen nun Ökoprofit-Betrieb nennen.

Neun Firmen sind neu in der Ökoprofit-Riege. Sie wurden von Landrat Heinz Einiger (rechts) und Esslingens Oberbürgermeister Jürg
Neun Firmen sind neu in der Ökoprofit-Riege. Sie wurden von Landrat Heinz Einiger (rechts) und Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger (links) ausgezeichnet.. Foto: Roberto Bulgrin

Kreis Esslingen. Es war die siebte Runde für Ökoprofit in der Stadt Esslingen und im Landkreis: Seit dem Startschuss vor 13 Jahren haben sich 80 Unternehmen diesem Projekt verschrieben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Allein die neuen Unternehmen, die jetzt unter fachkundiger Begleitung der Beratungsgesellschaft Arqum den Umweltschutz verbessert haben, senken ihren CO2-Ausstoß um 485 Tonnen pro Jahr. Den Wasserverbrauch reduzieren sie um eine Million Liter. Auch beim Restmüll steht ein deutliches Minus von 12 500 Kilo. Die Anstrengungen zahlen sich für die Firmen in barer Münze aus. Sie schaffen es auf diese Weise, ihre Kosten um 130 000 Euro zurückzufahren. Noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Die Unternehmen haben bereits die Weichen gestellt, um die Bilanz weiter zu verbessern.

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Ökoprofit spricht Firmen im ganzen Kreisgebiet an. Sie stellen ihre Haustechnik und ihren Maschinenpark auf den Prüfstand und suchen nach Wegen, wie sie Strom sparen können. Sie erhöhen die Anstrengungen, den Abfall zu trennen, und interessieren sich für Energiesparlampen. Zu den zentralen Themen für die Unternehmen, die sich zuletzt beteiligt haben, gehört eine zukunftsgerichtete Antwort auf die jüngsten Hagelschäden. Betroffene Firmen haben die Dachschäden zum Anlass genommen, die Wärmeisolation zu verbessern.

Oberbürgermeister Jürgen Zieger und Landrat Heinz Eininger hoben die wichtige Rolle hervor, die Ökoprofit für den Umwelt- und Klimaschutz spielt. Zieger sieht in dem Projekt den Beleg, dass nachhaltiges Wirtschaften auf dem Vormarsch ist. Lob gab es auch von Eininger. Er bezeichnete die Teilnehmer an Ökoprofit als Botschafter für praktizierten Umweltschutz. Zieger und Eininger verbanden die Auszeichnung mit der Einladung an weitere Unternehmen, sich an der nächsten Runde zu beteiligen. Interessenten können sich ab sofort anmelden. Den bisherigen Teilnehmern steht die Möglichkeit offen, über den Ökoprofit-Klub weiterhin am Ball zu bleiben.

Kreis und Stadt Esslingen werben gemeinsam für Ökoprofit. Das Ess­linger Rathaus verbindet das Projekt mit dem Ehrgeiz, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 25 Prozent zu senken. Diese Vorgabe kann nur erreicht werden, wenn es gelingt, die Wirtschaft ins Boot zu holen. Schließlich gehen 50 Prozent aller CO2-Emissionen auf die Industrie zurück. Die jüngsten Zwischenergebnisse bezeichnet Ute Kälberer von der Stabstelle Umweltschutz als ermutigend. Von 500 000 auf 370 000 Tonnen – so lauten die CO2-Eckwerte von 2007 bis 2020 für die Wirtschaft. Für 2014 siedelt sie den Zwischenstand bei 425 000 Tonnen an.

Die Fortschritte, die sich in diesen Zahlen niederschlagen, führt sie auch auf Ökoprofit zurück. Allerdings räumt sie ein, dass es sich nicht um die einzige Ursache handelt. „Da gibt es ein ganzes Bündel von Erklärungen“, sagt sie. Ökoprofit, so fügt sie hinzu, spiele in jedem Fall aber eine zentrale Rolle. „Hier geht es auch um Bewusstseinsbildung.“

Folgende Unternehmen haben die Ökoprofit-Urkunde erhalten: bielomatik Leuze aus Neuffen, Dietz-Motoren aus Dettingen, Jürgen Prakesch Zerspanungstechnik aus Wernau, Keller Lufttechnik aus Kirchheim, Kölle Etiketten aus Esslingen, Minol Messtechnik W. Lehmann aus Leinfelden-Echterdingen, Möbel König aus Kirchheim, Perpedes Röck aus Lenningen und Ramsperger Automobile aus Kirchheim.