Kirchheim

Brand macht zwei Häuser unbewohnbar

Großeinsatz Ein Feuer in der Westerbachstraße hielt sämtliche Abteilungen der Kirchheimer Feuerwehr gestern bei eisigen Temperaturen den ganzen Vormittag über in Atem. Von Andreas Volz

Qualm und Flammen schlugen gestern morgen aus zwei Dachstühlen auf dem Schafhof. Zum Einsatz kamen die beiden Drehleitern aus Ki
Qualm und Flammen schlugen gestern morgen aus zwei Dachstühlen auf dem Schafhof. Zum Einsatz kamen die beiden Drehleitern aus Kirchheim und Weilheim.Fotos: Carsten Riedl

Großes Feuerwehraufgebot in Kirchheim: Was zunächst als „Gartenhausbrand“ gemeldet worden war, entpuppte sich rasch als Großbrand: Auf dem Schafhof waren gestern Vormittag alle Abteilungen der Kirchheimer Feuerwehr im Einsatz, um unter schwierigsten Bedingungen den Brand zweier benachbarter Häuser und der dazwischenliegenden Garage unter Kontrolle zu bringen.

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Um 8.18 Uhr war der Alarm per Notruf eingegangen. Sieben Minuten später war das erste Fahrzeug vor Ort, in der Westerbachstraße, fast unmittelbar gefolgt vom ersten Löschzug. Einsatzleiter Michael Briki kam, sah - und alarmierte sofort weitere Kräfte nach: „Beim ersten Eintreffen der Feuerwehr hat es bereits an mehreren Stellen gebrannt, sodass wir an ganz unterschiedlichen Stellen angreifen mussten.“

Unklar war zunächst auch die Frage, ob sich noch Personen in den Gebäuden aufhalten. Das war zum Glück nicht der Fall. Verletzte Bewohner waren nicht zu beklagen. Dafür hatte die Feuerwehr zunächst aber mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie Michael Briki berichtet: „Alle Hydranten waren zugefroren. Wir mussten sie mit Gewalt öffnen.“ Konkret heißt das, dass unter anderem Vorschlaghammer und Bunsenbrenner zum Einsatz kamen, um die Hydranten schließlich anzapfen zu können.

Zur Brandursache gab es gestern vor Ort noch keine gesicherte Aussage. Wie üblich, ermittelt hier die Kriminalpolizei. Der Brand scheint aber eher auf der Gartenseite der beiden Häuser entstanden zu sein - mit dem Problem, dass diese Seite nicht mit Feuerwehrfahrzeugen anzufahren ist. Außerdem dürften zunächst vor allem die Garage und deren Dachstuhl in Flammen gestanden haben, weil das Feuer schon vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte auf die beiden direkt angrenzenden Gebäude übergegriffen hatte.

In der Garage selbst sei unter anderem Benzin gelagert gewesen, weshalb es anfangs bei der Brandbekämpfung zu mehreren Explosionen gekommen sei, erzählt Michael Briki. Der stellvertretende Stadtbrandmeister nannte noch eine weitere Schwierigkeit, die die Feuerwehr bis in die Mittagsstunden beschäftigen sollte: „Das Isoliermaterial unter dem Dach glostet, und das muss jetzt alles von Hand runtergerissen werden.“

Rund drei Stunden nach der Alarmierung, gegen 11.15 Uhr, konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Vorläufiges Fazit zum Brand: Die beiden betroffenen Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Sieben Personen müssen vorläufig anderweitig unterkommen. Laut Pressemitteilung der Polizei kümmert sich die Stadt Kirchheim um die Unterbringung der einen Familie, während die andere private Möglichkeiten für ein Ersatzquartier gefunden hat. Zum Sachschaden schreibt die Polizei: „Er kann noch nicht genau beziffert werden, dürfte aber einige Hunderttausend Euro betragen.“

Verletzte gab es bei der Feuerwehr: Vier Einsatzkräfte haben Zerrungen, Risse von Sehnen und Bändern oder auch Schnittwunden davongetragen. Michael Briki dankt den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes, die mitgeholfen hatten, auch mit den Minustemperaturen fertigzuwerden: „Die haben ein Zelt aufgebaut und uns mit Essen und Getränken versorgt.“ Tee aus Plastikbechern sorgte unter anderem dafür, dass die Feuerwehrleute sich zwischendurch die Hände wärmen konnten.

Im Einsatz war die Gesamtfeuerwehr mit allen Abteilungen. Eine zweite Drehleiter, die ebenfalls erforderlich war, kam aus Weilheim. Und auch der Gerätewagen Atemschutz aus Esslingen war auf den Schafhof ausgerückt.

Noch während der Brandbekämpfung in der Westerbachstraße kam ein weiterer Feueralarm, dieses Mal aus Ötlingen: In der Stuttgarter Straße war auf einer Baustelle ein Heizstrahler samt Gasflasche in Brand geraten. Weil alle Kirchheimer Wehrleute aber bereits gebunden waren, half in diesem Fall die Wendlinger Feuerwehr in Ötlingen aus. Dennoch machte sich ein Kirchheimer Feuerwehrmann kurz ein Bild vor Ort: Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, der Brand und Einsatz auf dem Schafhof als stellvertretender Kreisbrandmeister beobachtete, konnte beruhigt wieder in die Westerbachstraße zurückkehren und - zumindest für Ötlingen - konstatieren: „Da hat keine Gefahr bestanden.“

Brand Wesbachstraße Feuerwehr
Brand Wesbachstraße Feuerwehr