Kirchheim

Das Reporter-Team zeigt besonders viel Gesicht

Redaktion Wer ausschwärmt und Informationen einholt, wird in der Öffentlichkeit häufig als eines der Gesichter des Teckboten wahrgenommen. Von Andreas Volz

Beim Teckboten bilden Andreas Volz, Iris Häfner, Anke Kirsammer, Thomas Zapp und Bianca Lütz-Holoch (von links) gemeinsam das Te
Beim Teckboten bilden Andreas Volz, Iris Häfner, Anke Kirsammer, Thomas Zapp und Bianca Lütz-Holoch (von links) gemeinsam das Team der hauptamtlichen „Reporter“. Foto: Jean-Luc Jacques

Wenn der Journalismus in Kirchheim und Umgebung „Gesicht zeigt“, handelt es sich vor allem um die Gesichter der „Reporter“: Das sind diejenigen, die nach außen gehen - zu Vorträgen und Aufführungen, zu Gesprächen, zu Bränden oder auch zu Gemeinderatssitzungen. Gründe, den Schreibtisch zu verlassen, gibt es mehr als genug. Manchmal wird auch direkt vor Ort „Volkes Stimme“ eingeholt, bei Umfragen in der Fußgängerzone.

Zum hauptamtlichen Reporter-Team des Teckboten gehören Iris Häfner, Anke Kirsammer, Bianca Lütz-Holoch, Andreas Volz und Thomas Zapp. Hinzu kommen noch etliche freie Mitarbeiter, die vor allem an den Wochenenden sehr gefragt sind.

Die Aufgaben sind im Prinzip für alle dieselben: Es geht zunächst darum, alle wichtigen Details zu einem Thema in Erfahrung zu bringen. Außer der direkten Begegnung mit Menschen spielt dabei auch das Telefon eine große Rolle. Es ist eines der unersetzlichen Arbeitsgeräte, selbst im digitalen Zeitalter, denn einen „O-Ton“ fängt man am besten „original“ ein, als „Ton“ - selbst wenn man ihn nur schriftlich weitergibt.

Sind alle Informationen gesammelt, geht es ans Sichten des Materials - und ans Werten. Welche Information ist ein Muss? Wobei handelt es sich um eine nette Zusatzinformation? Auf welches Detail kann man getrost verzichten?

Diese Überlegungen bestimmen auch das Schreiben. Beim Schreiben selbst geht es darum, das Thema einerseits korrekt und andererseits möglichst anschaulich, möglichst flüssig und möglichst unterhaltsam wiederzugeben. Schließlich wollen die Leser nicht nur informiert, sondern auch unterhalten werden.

Dass Informationen auch unter den Tisch fallen können, gehört zum Alltag der Reporter: Nicht alles „passt“ in einen Artikel. Manchmal ist es der Platz auf der Zeitungsseite, der nicht ausreicht. Manchmal wäre ein Detail auch zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen, wollte man es unter allen Umständen noch unterbringen. Und manchmal werden den Reportern zusätzliche Hintergrundgeschichten anvertraut, die gar nicht für die Veröffentlichung gedacht sind. Hier geht es also um ein beständiges Abwägen.

Jeder gewichtet anders

Das Ergebnis kann und wird nicht immer jedem gefallen - weil jeder anders gewichtet. Besonders deutlich zeigt sich das in Zeiten des Wahlkampfs. Dieses Jahr gibt es da noch eine Verschnaufpause, aber 2021 stehen gleich zwei Wahlkämpfe an: für den Landtag und für den Bundestag. Erfahrungsgemäß melden sich dann Anhänger aller Parteien, um ihrem Ärger Luft zu machen. Verärgert sind sie, weil sie „ganz eindeutig“ nur die eigene Partei in der Berichterstattung benachteiligt sehen und weil aus ihrer Sicht alle anderen Parteien viel besser behandelt werden. Wenn sich dann tatsächlich auch aus der fünften oder sechsten Partei noch jemand meldet, ist der Beweis erbracht: „Ganz so falsch kann’s nicht gewesen sein.“

Das gilt vor allem auch für Kommentare: Bei manchen Themen ist es angebracht, außer dem objektiven Bericht noch zusätzlich „Gesicht zu zeigen“, durch eine eigene Meinung zum Thema. In diesem Fall sind die Reaktionen zwangsläufig geteilt: Die einen sind derselben Meinung und freuen sich über den gelungenen Kommentar, die anderen sind vom Gegenteil überzeugt und ärgern sich entsprechend über die Meinung, die sie da zu lesen bekommen.

Das gibt es sogar beim „Pro und Contra“ - wenn zwei Redakteure einen Kommentar zum selben Thema schreiben, beispielsweise zur Sommerzeit, und wenn der eine Text sich für die Beibehaltung ausspricht, der andere aber für die Abschaffung plädiert.

Wichtig ist in solchen Fällen: Man braucht manchmal ein ziemlich dickes Fell, besonders in Zeiten, in denen Mitmenschen dünnhäutig werden. Bei einer Lokalzeitung ist das noch viel wichtiger als andernorts. Der Teckbote hat einen viel direkteren Kontakt zu den Lesern. Da erfolgt die Rückmeldung sofort. Aber zum großen Glück gibt es nicht nur Beschwerden. Oft genug fällt das Feedback auch sehr positiv aus. Wie auch sonst im Alltag der Reporter, gilt dann: Beide Seiten anhören und sorgfältig abwägen!

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