Kirchheim

Das Weindorf hat jetzt erstmals einen Bürgermeister

Rollschuhplatz Angelika Matt-Heidecker ernennt Michael Holz zum Schultes eines 20 000-Einwohner-Dorfs.

Michael Holz mit der Amtskette des Weindorf-Bürgermeisters: Kirchheims Wappen ist ergänzt um Weingott Bacchus.Foto: Carsten Ried
Michael Holz mit der Amtskette des Weindorf-Bürgermeisters: Kirchheims Wappen ist ergänzt um Weingott Bacchus.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Die 29. Auflage des Kirchheimer Weindorfs hat am Donnerstag zu einer gewaltigen Aufwertung der drei Wirte geführt. Die bedeutendste Rangerhöhung hat Michael Holz erfahren. Nachdem er Anfang Februar in Weilheim seine Bewerbung nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen hatte, ist er jetzt kurzerhand auf dem Rollschuhplatz zum Bürgermeister ernannt worden: Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker überreichte ihm erstmals die „Amtskette“ des Weindorf-Bürgermeisters.

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Kirchheim und der Wein gehören untrennbar zusammen: Als Friedrich Barbarossa Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war, habe man in Kirchheim bereits Wein angebaut, erklärte die Oberbürgermeisterin zur Eröffnung des Weindorfs. Noch im 19. Jahrhundert hätten die Kirchheimer Weinberge eine Fläche von 274 Morgen bedeckt. Das entspreche ungefähr der Größe von 96 Fußballfeldern.

Wenn der Rollschuhplatz auch eine weitaus kleinere Fläche bedecke, so sei er doch in den nächsten 18 Tagen Kirchheims fünfter Ortsteil. Von der Bevölkerungsentwicklung her könne er es zumindest mit allen vier Teilorten aufnehmen: Bis 20. August werden auf dem Weindorf insgesamt rund 20 000 „Einwohner“ erwartet.

Insofern ist es nur konsequent, wenn das Weindorf endlich auch einen Bürgermeister erhält. Die beiden anderen Wirte, Walter Brackenhammer und Robert Ruthenberg, ernannte Angelika Matt-Heidecker kurzerhand zu Beigeordneten des Bürgermeisters.

Michael Holz verkündete sofort seinen ersten Beschluss - „undemokratisch gefasst, aber getragen von der Öffentlichkeit“. Die Geschichte des Kirchheimer Weins hatte ihn wohl dazu inspiriert: „Bis zum 30. Weindorf nächstes Jahr sollten wir wieder mit dem Weinbau in Kirchheim beginnen.“

Weinbau als Teamarbeit wäre sicher eine gute Idee, denn das Team steht bereits: Alle drei Wirte und deren Mannschaften bilden gemeinsam „ein Riesenteam“ auf dem Rollschuhplatz. Das hatte Michael Holz bereits berichtet, als er noch nicht mit der Amtskette geschmückt war. Und genau diesem Team wünschte Angelika Matt-Heidecker zum „Anstoß“ des Weindorfs „viele begeisterte Besucher, wenig Regen und eine gute Atmosphäre“.Andreas Volz