Infoartikel

Der Kampf zwischen Karneval und Fasten

Die Gegensätze zwischen den beiden Welten sind nirgendwo anders mehr verdichtet als in dem Ölgemälde „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“, das Pieter Bruegel der Ältere 1559 gemalt hat. Es ist im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen.

 

„Nichts ist zufällig auf diesem Bild“, sagt Werner Mezger, der das „Wimmelbild“ genau analysiert hat. Der Betrachter solle sich in der Mitte einen vertikalen Strich denken, links der Karneval und rechts das Fasten. Also links fette Küche, rechts magere Küche, links die Selbstliebe, rechts Gottesliebe und Caritas, links die Narrenmusik, rechts das Fastenklappern. Links werden Gaben gesammelt, rechts an die Armen gegeben, links gibt es Wein, rechts die Aschenspende. Links Wirtshaus und Narrenschiff, rechts Gotteshaus und Kirchenschiff, links Bordell und rechts Kreuzgang. Selbst die Bäume im Hintergrund sind auf der einen Seite dürr und auf der anderen Seite grün. Im Hintergrund in der Mitte ist das Fastnachtsverbrennen zu sehen.

 

In „museum4punkt0“, einem vom Bund geförderten Projekt, sollen die Inhalte des Gemäldes digital aufgearbeitet werden. Daran arbeitet Werner Mezger derzeit mit Hilfe eines hochauflösenden 8K-Scans des Gemäldes. pd

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