Kirchheim

Der Traum vom Kino in der Sommernacht

Martinskirchplatz Reimund Fischer will seine Pläne fürs Open-Air-Kino im August noch nicht komplett aufgeben.

Kirchheim. „Bis bald beim 18. Sommernachtskino vom 6. bis 30. August 2020 auf dem Martinskirchplatz“: Dieser hoffnungsfrohe Satz steht nach wie vor auf der Homepage des Kirchheimer Sommernachtskinos. Aber wie realistisch ist es, dass der Martinskirchplatz tatsächlich auch im Corona-Jahr wieder zum kollektiven Wohnzimmer der Menschen aus Kirchheim und Umgebung wird? Immerhin ist das Weindorf, das nahezu gleichzeitig auf dem Rollschuhplatz stattfindet, bereits abgesagt.

Reimund Fischer würde nur zu gerne auch das 18. Mal in Folge Abend für Abend seine Gäste in der traumhaften „Location“ rund um die Martinskirche begrüßen: „Wir machen das schon so lange und möchten diese Tradition fortführen. Da sollte keine Lücke entstehen.“ Auch um diese drohende Lücke einigermaßen füllen zu können, startet er nun das Autokino.

Aber ein vollwertiger Ersatz für das Sommernachtskino könne das Autokino nicht sein: „An der Martinskirche gibt es viel mehr Drumherum. Da geht es um das Ambiente, um die gesamte Stimmung. Der Film selbst ist da für viele nur noch das Tüpfelchen auf dem i.“ Auch am Telefon hört man es aus jedem Wort heraus: Reimund Fischer lebt für das Sommernachtskino.

„Es wäre wirklich schön, wenn wir unser klassisches Open-Air-Kino auch dieses Jahr anbieten könnten - eventuell auch nur mit 500 Plätzen und genügend Abstand zwischen den Stühlen.“ Der Eventmanager kämpft spürbar für seinen Sommernachts-Traum. Auf die Frage, welche Chancen er diesem Ereignis für 2020 wirklich einräumt, kommt die vielsagende Antwort: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Einem Berufsoptimisten wie ihm nimmt man es durchaus ab, dass er sich auch noch an das letzte Fünkchen Hoffnung hält.

Ganz kurz gibt selbst er der Realität nach: „Es gibt wichtigere Dinge in der Corona-Zeit - das Leben und die wirtschaftliche Existenz.“ Aber gleich darauf sagt er trotzig: „Fußball ist auch nicht wichtiger als Kino.“ Andreas Volz

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