Infoartikel

Der Verband ist gefordert

Kommentar von Peter Eidemüller

Planung ist das halbe Leben – vor allem in Mannschaftssportarten wie dem Fußball. Rechtzeitig Gespräche mit Spielern, Sponsoren und Offiziellen zu führen, gehört zum Einmaleins jedes Vereinsfunktionärs. Wer sich wie und in welchem Maße um die Zukunft seines Klubs kümmert, kann zwar kein Paragraph oder Statut regeln. Sehr wohl allerdings, bis wann die Planung abgeschlossen sein muss.
Kuchens Trainer Martin Braunmiller trifft in der Diskussion um den möglichen Göppinger Rückzug aus der Bezirksliga den Kern des Problems: Erst nach Ende der Saison die Meldefrist für die nächste Spielzeit zu setzen, ist zu spät und bestraft im schlimmsten Fall all jene, die ihre Hausaufgaben rechtzeitig und gewissenhaft erledigt haben. Wie unzeitgemäß der späte Meldetermin ist, wird an Vereinen deutlich, die ausschließlich von einzelnen Geldgebern abhängig sind. Beispiele gab‘s bereits lange vor der SGM T/T Göppingen und Nafi Stuttgart. Auch der VfL Kirchheim kann ein Lied davon singen, was passiert, wenn man die Hoffnungen auf einen Großsponsor setzt und im Glauben an dessen Unterstützung für die nachfolgende Saison eine Mannschaft meldet. 2011 zog der VfL bekanntlich seine Oberligamannschaft aus finanziellen Gründen zurück – nach Ablauf der Meldefrist.
Der Verband sollte der Entwicklung Rechnung tragen, dass der unterklassige Amateurfußball immer mehr ins Visier finanziell potenter Mäzene gerät, die sich, aus welchen Gründen auch immer, für einen Verein engagieren. Das mag gutgehen, solange der Erfolg da ist, geht aber spätestens dann schief, wenn das Geld ausgeht.

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